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Bayern wird Fünfter
28.09.2008
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Der FC Bayern legt den schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren hin. Nach der Demütigung gegen Werder Bremen, als man 5 Gegentreffer hinnehmen musste, gab es ein unspektakuläres 0:1 gegen Hannover 96. Spieler und Verantwortliche strahlen eine gewisse Ratlosigkeit aus. Doch die Medien haben den Schuldigen längst gefunden: Trainer Jürgen Klinsmann.
Verstanden habe ich es eigentlich nie: Jürgen Klinsmann als Trainer beim FC Bayern. Dort, wo er vor 10 Jahren seine legendäre Tonne eingetreten hat. Wir erinnern uns an nette Worte von Uli Hoeness, er solle nicht die ganze Zeit in Kalifornien herumtanzen “und uns hier den Scheiss machen lassen”. Und an die Männerfreundschaft zu Oliver Kahn, den zweitbesten Torhüter Deutschlands 2006. Nicht zu vergessen: der Bayer Sepp Maier, der ihm ein frühes WM-Aus wünschte und öffentlich zur Erkenntnis kam, Klinsmann sei “ein linker Vogel”. Nun sollte er beim FC Bayern eine neue Spiel-Philosophie einführen. Irgendwas mit Hurra-Fussball und einem neuen Wellness-Zentrum für die Spieler.
Jürgen Klinsmann ist ein junger unerfahrener Trainer der - abgesehen vom WM-Sommermärchen, wobei hier der Anteil von Joachim Löw nicht zu unterschätzen ist – als solcher nichts vorzuweisen hat. Und die ersten Anfängerfehler waren deutlich zu sehen:
Eine Mannschaft ohne Hierarchie
Klinsmann hat den falschen Mann zum Mannschaftskapitän gemacht. Weil er sich von u.a. Franz Beckenbauer reinreden ließ, der öffentlich verkündete, ein Kapitän müsse schon ein richtiger Kerl sein, und indirekt meinte: der von Klinsmann favorisierte Philipp Lahm komme von daher nicht infrage. Zwischendurch spielte der FC Bayern ohne Kapitän - van Bommel war aufgrund von Undiszipliniertheiten und mangelnder Leistung auf der Bank gelandet.
Leistungsprinzip?
Die nach einem Leistungsprinzip nicht nachvollziehbare Benachteiligung und öffentliche Demontage von Lukas Podolski: Noch nie hat ein Trainer öffentlich für einen Spieler eine solch düstere Prognose gezeichnet wie: „…das kann ein langfristiger Prozess sein - über mehrere Monate oder Jahre…“. Motivation sieht anders aus.
Rotation ohne Not
Spieler von Hannover 96 „kamen sich verarscht vor“ (Mike Hanke), als sie die Mannschaftsaufstellung des FC Bayern sahen. Eine völlig uneingespielte Konstellation sollte reichen um die Punkte mitzunehmen. So sieht Motivation für den Gegner aus.
Fazit:
Zwar braucht Klinsmann jetzt ganz schnell brauchbare Ergebnisse, um in Ruhe arbeiten zu können. Durch den großartig angekündigten Umbruch mit einer „neuen Philosophie“ halte ich ihn jedoch bis zum Jahreswechsel – auch mangels Alternativen - für unkündbar. Vielleicht muss man sich in München inzwischen damit anfreunden: Sollte die Konkurrenz einigermaßen konstant spielen, bleibt dem FC Bayern in dieser Saison nur die Qualifikation für einen UEFA-Cup-Platz.