
Stammspieler
Posts: 332 |
|
Chaostage in der Bundesliga
10.11.2008
|
Am 12. Spieltag der Fussball-Bundesliga gibt es soviel Gesprächsstoff wie schon lange nicht mehr. Seit dem Bestehen von wahretabelle.de in der Saison 2006/2007 haben wir noch nie so viele Fehlentscheidungen an einem Spieltag gezählt: Nicht gegebene und zu Unrecht gegebene Elfmeter, nicht geahndete Stürmerfouls, Abseits-Fehlentscheidungen und viele Rote Karten. Die Kuriositäten des Spieltages sind jedoch nicht allein auf die schlechten Leistungen der Schiedsrichter zurückzuführen. Auch die Spieler - und in einem Fall ein Trainer - haben kräftig mitgemischt.
Hamburger SV – Borussia Dortmund:
Petric schubst und trifft
Vor dem Kopfballtor zum 1:0 schubste Petric seinen Gegenspieler Kovac aus dem Weg und schaffte sich damit den nötigen Raum für sein Kopfballtor. Auch wenn bei jeder Standardsituation gedrückt und geschoben wird - unserer Meinung nach hat Petric mit seinem gezielten Schubser gegen Kovac den Rahmen tolerierbaren Körpereinsatzes überschritten. Dr. Drees hätte die Szene abpfeifen müssen. Umso deutlicher wird dies, wenn man sich an die harte Linie im Bewerten von Zweikämpfen in Erinnerung ruft, die für die aktuelle Saison angestrebt war. Im Eröffnungsspiel der Saison des FC Bayern München gegen den HSV überraschte uns Schiedsrichter Kinhöfer mit 2 überharten Entscheidungen: “Die Spieler werden sich daran gewöhnen. Das ist eine reine Erziehungssache”. Von dieser Linie sind wir wieder meilenweit entfernt.
Hamburger SV – Borussia Dortmund:
Hauptdarsteller: Kovac – Inszenierung: Klopp
Die Rote Karte gegen Robert Kovac nach Abpfiff soll nach Aussagen von Robert Kovac aufgrund seiner Worte „Du machst dir ins Hemd…“ zustande gekommen sein. Wir sind gespannt, wenn in den nächsten Tagen die ganze Wahrheit ans Tageslicht kommt. Zumindest eine Teilschuld gehört schon mal BVB-Trainer Klopp, denn in der ganzen Art und Weise wie er auf das Spielfeld stürmte, um sich beim Schiedsrichter zu beschweren, hatte er zum einen dessen Zorn geweckt und zum anderen seine Spieler zur Nachahmung animiert. Sollte Kovacs Darstellung vom Samstagabend jedoch zutreffen, wäre die Interpretation von Dr. Drees, darin eine platzverweiswürdige Beleidigung zu sehen, ganz schon kleinlich.
Vfl Bochum – Werder Bremen
Pech für Werder Bremen
Sehr schwer taten sich die Bremer gegen das Bollwerk vom VfL Bochum. Als in der 6. Spielminute der Bremer Pizarro von seinem Gegenspieler Christian Fuchs im Fünfmeterraum am Trikot gezogen wurde, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Aytekin stumm. Hier hätte es Elfmeter für Werder Bremen geben müssen. Die Rote Karte gegen Özil war zwar korrekt, da seine Aktion den Tatbestand einer Tätlichkeit erfüllte. Im Zusammenhang mit der vorangegangenen Attacke von seinem Gegenspieler Zdebel hätte hier mit etwas Fingerspitzengefühl auch Gelb gereicht.
Arminia Bielefeld – Borussia Mönchengladbach
Marko Marin – Matchwinner mit Beigeschmack
In der 80. Spielminute dribbelte Marin auf den Bielefelder Strafraum zu und spielte einen Pass auf den im Abseits stehenden Friend. Genau an dieser Stelle hätte Schiedsrichter Gagelmann abpfeifen müssen. Da er das nicht tat wurde Marko Marin, zu diesem Zeitpunkt mit dem Status „dunkelgelb“ zum Matchwinner. Er schoss sein zweites Tor in diesem Spiel, aus dem ihn Trainer Hans Meyer aufgrund akuter Platzverweisgefahr schon längst auswechseln wollte.
VfL Wolfsburg – Energie Cottbus
Konzessionsentscheidung von Schiri Wagner?
In der 8. Spielminute kam der Wolfsburger Grafite nach einem Zweikampf gegen Ziebig im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Wagner ließ jedoch weiterspielen. In der 36. Spielminute spurtete Dzeko an Pavicevic vorbei und kam im Strafraum zu Fall, ohne von diesem berührt werden. In der ARD Sportschau wollte man es zwar “… höchstens erahnen, das Dzeko berührt...“ wurde. Wir konnten uns von dem Gedanken einer Konzessionsentscheidung nie vollständig trennen.
KSC - Bayer Leverkusen
2 Fehlentscheidungen schaffen ausgeglichene Verhältnisse
In der 13. Spielminute traf Helmes schon zum zweiten Mal - nach Zuspiel von Barnetta sah ihn Schiedsrichter Perl jedoch im Abseits - in Wahrheit lag hier jedoch gleiche Höhe vor. Drei Minuten später traf Kießling dann zum 2:0, zuvor hatte er jedoch seinen Gegenspieler in die Hacken getreten, so dass dieser den Dienst einstellte. Schiedsrichter Perl hätte abpfeifen müssen. Am Ende stimmt das Ergebnis wieder.
Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart
Die Überredungskünste des Mario G.
Rudelbildung bei Schiedsrichter Rafati. In der 90. Minute traf Mario Gomez dann zum Last-Minute-Ausgleich der Stuttgarter. Doch Schiedsrichter Babak Rafati verweigerte den Treffer. Die Frankfurter atmeten auf. Als der Torschütze jedoch das Gespräch mit dem Unparteiischen suchte, auf einmal die Wende: Schiedsrichter Rafati ließ sich zu einem Plausch mit dem Linienrichter überreden – der Schiedsrichter-Assistent wurde zum Zünglein an der Waage und der Treffer doch noch gegeben. Kurios – aber zu Recht, denn Mario Gomez hatte kein Foulspiel begangen, wie Rafati zuerst angenommen hatte. Schiedsrichter Rafati kam damit aber vom Regen in die Traufe – denn er hatte dann die langen Frankfurter Gesichter am Hals. Als Schiedsrichter kann man es auch keinem Recht machen. Allerdings entstand der Führungstreffer zum 2:1 für Frankfurt durch den unfairen Einsatz von Liberopolous und hätte nicht zählen dürfen.
Hertha BSC Berlin – TSG Hoffenheim
Grober Einsatz von Kacar
In der 70. Spielminute erzielte Voronin das 1:0 für Hertha BSC Berlin. Unmittelbar zuvor war jedoch Kacar mit gestrecktem Bein gegen Gustavo vorgegangen. Schiedsrichter Fandel hätte die Situation abpfeifen müssen. Diese Fehlentscheidung hat unmittelbar zum 1:0 für Hertha geführt und kostet der TSG Hoffenheim die Tabellenführung.
FC Schalke 04 – FC Bayern München
2 Schwalben in der Veltins-Arena
In der 27. Spielminute zupfte Borowski am Trikot des Schalker Farfan, nachdem er den Ball gerade im eigenen Strafraum vertändelte. Zwar hätte das nach Kinhöfers Eröffnungsspiel-Linie einen Strafstoss zur Folge gehabt, denn Trikots darf man nicht anfassen. Allerdings war Farfans Sturz nach physikalischen Gesichtspunkten wenig überzeugend - trotzdem eine sehr knappe Entscheidung. Borowski, der sich wohl dachte das noch besser zu können, versuchte es dann in der 35. Spielminute selbst, nachdem Jermaine Jones ihn am Händchen gehalten hatte. Sein Sturz hätte bei Stefan Raabs Turmspringen wahrscheinlich bessere Noten bekommen - von Schiedsrichter Kircher gabs nur eine gelbe Karte.
|