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Der Liga-Blog


Redaktion
Posts: 868
 
von Axel

Die neue Elfmeter-Härte

18.08.2008

Nicht das Grätschen von Hinten, nicht die Rudelbildung, das selbst ausgerufene Schwerpunkthema der Schiedsrichter in der Saison 2008/2009 lautet: „Halten und Zupfen im Strafraum“.

Anfang Juli gab es in Kamen-Kaiserau eine vielzitierte Schiedsrichtertagung auf der es unter anderem um das Verhältnis von Schiedsrichtern und Vereinen, aber auch um mehr Transparenz in der Regelauslegung, insbesondere bei der Bewertung von Halten und (Ellenbogen-)Schlagen im Strafraum ging. Uli Hoeness, der sich für ein härteres Durchgreifen bei Fouls im Strafraum aussprach („da müsst ihr mal zwei, drei Elfer geben“), war Ehrengast in der Schiedsrichter-Runde, in der auch eine DVD mit 39 Spielszenen und entsprechenden Kommentaren angekündigt wurde. Diese wurde an alle 36 Proficlubs versendet und damit eine neue Härte im Bewerten von Zweikämpfen angekündigt.

Im Eröffnungsspiel Bayern München – Hamburger SV gab es nun gleich 2 Situationen, in denen Schiedsrichter Kinhöfer in ungewohnter neuer Härte durchgriff. “Die Spieler werden sich daran gewöhnen. Das ist eine reine Erziehungssache”, meinte der Schiedsrichter aus Herne und glaubt gleichzeitig, „dass es in den Strafräumen nach vier, fünf Spielen nicht mehr Griechisch-Römisch zugehen wird“.

In der 15. Spielminute war ein Klammern von Hamburgs Mathijsen gegen Schweinsteiger, in der 57. Spielminute ein Zweikampf von Christian Lell gegen den Hamburger Olic der Anlass für einen Elfmeter-Pfiff. Während Hamburgs Trainer Jol der Meinung war, dies wären keine Elfmeter gewesen, meinte sein Gegenüber Klinsmann: „Das muss man so nehmen, wie es jetzt ist. Es ist die Vorgabe der Liga an die Schiedsrichter, noch rigoroser zu Werke zu gehen. Das hat Thorsten Kinhöfer so gemacht, und ist vollkommen in Ordnung“.

Natürlich will niemand Ellenbogenchecks sehen oder durchgehen lassen. Jedoch wurden diese in der Vergangenheit, soweit von Schiedsrichtern gesehen, auch gepiffen und geahndet. Werden Ellenbogenchecks und andere Tätlichkeiten übersehen, hat der DFB-Kontrollausschuss, die Möglichkeit das DFB-Sportgericht einzuschalten.

Ob es aber gelingt, das Zweikampfverhalten der Spieler im Strafraum, insbesondere bei Eckbällen und Standards durch härtere Sanktionen zu verändern ist zu bezweifeln. Hierfür müssten die Schiedsrichter (und alle Beteiligten in dieser Angelegenheit) an einem Strang ziehen - und dies ist nach dem ersten Spieltag noch nicht unbedingt zu erkennen. Es besteht außerdem die Gefahr, dass sich die Bundesliga durch diese Regelauslegung noch weiter von der „Internationalen Härte“ entfernt und vor allem im europäischen Vergleich Nachteile erleiden könnte.
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Kommentare

antikas

 


Mannschaftskapitän
Posts: 6871

14.10.2008, 20:11
inkonsequent

schade ist nur das nach dem eröffnungsspiel mit der ungewohnten neuen härte schon wieder schluss war.
 
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