
Balljunge
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Eiertanz auf Schalke
28.03.2009
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Nun also doch! Was schon seit Tagen in und um Schalke herum als Gerücht die Runde machte, ist Wirklichkeit geworden. Trainer Fred Rutten wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt.
Der Eiertanz ist also kurz vor Ostern beendet? Oder geht er nur in eine weitere nächste Runde?
Begreifen kann man das Chaos in Gelsenkirchen auf jeden Fall nur schwer. Klar ist: Der sportliche Erfolg ausgeblieben, was eine Entlassung des Trainers in den meisten Fällen nach sich zieht. Doch wie auf Schalke zum wiederholten Male mit Übungsleitern umgegangen wird, gleicht mehr einer Daily Soap als einem Fußballclub mit Ambitionen nach ganz oben.
Begonnen hat das ganze Chaos ja schon zu Slomkas Zeiten. Damals wollte man den (durchaus erfolgreichen) Trainer bereits beurlauben, konnte aber wegen dem Einzug ins CL-Viertelfinale erst handeln, als Schalke in Bremen 5:1 verlor (ein besseres Alibi kann man Spielern nicht bieten). Trotz Platz drei in der Liga wurde Slomka entlassen. Für viele damals verwunderlich, warum Manager Müller nicht gleich mitgehen musste, waren Müller und Slomka doch wie Blutsbrüder.
Die Verantwortlichen Schnusenberg, Tönnies und Peters entschieden sich für einen Neuanfang mit Müller und Rutten. Ein paar neue Spieler, ein neuer Trainer und alles sollte besser werden. Das innerhalb der Mannschaft vieles nicht stimmte (siehe die Aufgabe des Kapitänsamts von Bordon) und Spieler wie Rafinha, Kuranyi oder Bordon, die neben dem Platz, im Friseursalon, der Disco oder der Autobahn mehr zu hause waren als auf dem satten Grün, wurde einfach ignoriert. Mit Rafinhas Ausflug zu den Olympischen Spielen und Kuranyis Abgang bei der Nationalmannschaft ging der Eiertanz zu Beginn der Saison weiter. Manager Müller ließ keine Gelegenheit aus seinen neuen Trainer positiv darzustellen und zu betonen wie eng und gut sie zusammenarbeiten. Einzig die Ergebnisse blieben aus. Unruhe in der Mannschaft wurde zum Alltag (Tätlichkeiten auf dem Spielfeld auch).
Nach dem dann Müller zur Winterpause viele Veränderungen und ein neues Konzept versprach, dachten alle jetzt startet Königsblau durch. Allerdings waren es bis auf den streitbaren Albert Streit noch immer die gleichen Akteure (Müllers Spieler!). Andreas Müller musste dann bekanntlich vor ein paar Wochen auch gehen, und ließ seinen “Neuen Blutsbruder” Rutten alleine zurück. Warum man da nicht schon beide entlassen hat bleibt das Geheimnis der schlauen Aufsichtsräte. Nun nach erneuter Niederlage und Länderspielpause zieht man die nächste Reißleine. Wie schon letztes Jahr soll nun Büskens und Mulder das sinkende Schiff retten. Leider befürchte ich, dass dies nicht noch einmal so klappen wird. Schalke sollte sich wirklich mal ernsthaft überlegen ob der Eiertanz den sie Jahr für Jahr veranstalten im Sinne des Vereins ist. Die Sympathien die sie einst durch die “Eurofighter” und später durch die “Meister der Herzen” erobert haben sind längst verflogen. Mittlerweile schaue ich auf Schalke und denke an Hollywood oder manchmal sogar an Bollywood.
Ein echter Neuanfang (neues Management, Spieler, Trainer und Aufsichtsräte) sollte her, ob mit oder ohne Kahn bleibt die Frage!
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