Newsansicht

WahreTabelle 1.Bundesliga >> WahreTabelle 2.Bundesliga >>
02.12.2017 13:26 Uhr | Quelle: WahreTabelle

Schiedsrichterball: Ein legendäres Revierderby

Kolumne: Johannes Gründel erklärt bei WahreTabelle das Regelwerk und strittige Fußball-Szenen.

Johannes Gründel
Johannes Gründel
Aubmeyang_PierreEmerick_BVBS04
Quelle: Imago Sportfoto / Archivbild
Auch rund um das 1:0 von Pierre-Emerick Aubameyang in Revier-Derby gegen Schalke 04 (4:4) ranken sich Regel-Mythen...

Johannes Gründel
Johannes Gründel

Das Derby zwischen dem BVB und Schalke (4:4) wird in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga eingehen. Auch Schiedsrichter Deniz Aytekin (39, Großaspach) hatte viel zu tun. An dieser Stelle sollen zwei „Regellegenden“ aufgegriffen werden, denen er sich am Samstag gegenübersah:

Das 1:0 für die Dortmunder erzielte Pierre-Emerick Aubameyang mit der Hand. Infolgedessen wurden Stimmen laut, dass das Tor daher irregulär war. Frank Buschmann, der für Sky die Partie in der Konferenz kommentierte, hingegen glänzte mit Regelkenntnis, als er das Handspiel als nicht strafbar und den Treffer als regulär bezeichnete. Regel 12 zufolge ist nur absichtliches Handspiel strafbar. Die Frage, ob der Spieler sich durch das Handspiel „einen Vorteil verschafft“, ist für die Bewertung unerheblich. Hier grätscht Aubameyang, möglicherweise versucht er, sich vor einem Zusammenprall mit Torhüter Ralf Fährmann zu schützen. In diesem Zusammenhang hört man dann oft: „Schutzhand gibt es nicht (mehr)!“. Das stimmt, allerdings meint Schutzhand das Handspiel, um das Gesicht vor dem Ball zu schützen. Das ist mit Blick auf die Absicht auch stimmig: Der Spieler will ja dann den Ball gerade mit der Hand berühren, damit er nicht ins Gesicht geht. Hier ging es aber nicht darum, sich vor dem Ball zu schützen, sondern bestenfalls vor einem Zusammenprall. Die Absicht ist von Aubameyangs Handhaltung ist also nicht, den Ball zu spielen, sondern bestenfalls eine Knautschzone vor dem Gegenspieler zu bilden. Auch die anderen Kriterien sprechen gegen Absicht: Der Ball kommt billardmäßig aus kurzer Distanz, womit Aubameyang nicht gerechnet hatte. Dieser hat den Ball auch nicht im Blick. Von Absicht kann daher nicht die Rede sein.

Auch das Eigentor zum 2:0 wurde kritisiert. Hinter Benjamin Stambouli befand sich ein Dortmunder deutlich im Abseits. Wäre dieser Dortmunder nicht da gewesen, hätte Stambouli den Ball wohl nicht artistisch ins eigene Netz geschossen, sondern durchgelassen oder in Ruhe angenommen. Insofern zog der Angreifer schon einen Vorteil aus seiner Abseitsstellung. Das entspricht aber nicht der Definition des „Vorteilziehens“ im Sinne der Regel 11. Dieser ist nämlich das Berühren des Balls nach einem Abpraller von Pfosten oder Gegner (soweit keine neue Spielsituation vorliegt). In Betracht kommt nur das „Beeinflussen eines Gegenspielers“. Dieses wurde im Jahr 2013 aber deutlich enger gefasst als vorher. Seitdem reicht das Erzwingen einer Aktion, wie es hier vorlag, nicht aus. Das Beeinflussen eines Gegenspielers verlangt nun das Führen eines Zweikampfs um den Ball, Bedrängen oder Attackieren eines Gegenspielers, Behindern der Sicht oder eine klare Aktion zum Ball in Spielnähe, die den Gegner eindeutig behindert und dadurch dessen Verteidigungsmöglichkeiten klarerweise beschränkt. Eine fixe Definition für „Spielnähe“ gibt es nicht, aber die Verbände geben vor, dass die Höchstgrenze irgendwo zwischen 1,5 und zwei Metern verläuft. Schon daran scheitert hier ein strafbares Eingreifen. Doch auch wenn man hiervon absieht, macht der Dortmunder keine klare Aktion zum Ball und es befindet sich noch ein weiterer Verteidiger hinter Stambouli. All das spricht gegen ein aktives Eingreifen. Auch dieser Treffer war daher regulär.

Das Revierderby zeigt einmal mehr: Das Regelwerk ist nicht immer so, wie es die Regellegenden erscheinen lassen. Das muss man sich als Fan immer vor Augen führen, bevor man den Schiedsrichtern Fehlentscheidungen unterstellt. Diese machen zwar auch Fehler, kennen im Zweifel aber die Regeln doch besser als die Laien…

Mehr zum Thema:

Schiedsrichterball: Stopp!

Schiedsrichterball: Thesen zum Video-Beweis

Schiedsrichterball: Eine Frage der Perspektive

Das Derby zwischen dem BVB und Schalke (4:4) wird in die Geschichtsbücher der Fußball-Bundesliga eingehen. Auch Schiedsrichter Deniz Aytekin (39, Großaspach) hatte viel zu tun. An dieser Stelle sollen zwei „Regellegenden“ aufgegriffen werden, denen er sich am Samstag gegenübersah:

Das 1:0 für die Dortmunder erzielte Pierre-Emerick Aubameyang mit der Hand. Infolgedessen wurden Stimmen laut, dass das Tor daher irregulär war. Frank Buschmann, der für Sky die Partie in der Konferenz kommentierte, hingegen glänzte mit Regelkenntnis, als er das Handspiel als nicht strafbar und den Treffer als regulär bezeichnete. Regel 12 zufolge ist nur absichtliches Handspiel strafbar. Die Frage, ob der Spieler sich durch das Handspiel „einen Vorteil verschafft“, ist für die Bewertung unerheblich. Hier grätscht Aubameyang, möglicherweise versucht er, sich vor einem Zusammenprall mit Torhüter Ralf Fährmann zu schützen. In diesem Zusammenhang hört man dann oft: „Schutzhand gibt es nicht (mehr)!“. Das stimmt, allerdings meint Schutzhand das Handspiel, um das Gesicht vor dem Ball zu schützen. Das ist mit Blick auf die Absicht auch stimmig: Der Spieler will ja dann den Ball gerade mit der Hand berühren, damit er nicht ins Gesicht geht. Hier ging es aber nicht darum, sich vor dem Ball zu schützen, sondern bestenfalls vor einem Zusammenprall. Die Absicht ist von Aubameyangs Handhaltung ist also nicht, den Ball zu spielen, sondern bestenfalls eine Knautschzone vor dem Gegenspieler zu bilden. Auch die anderen Kriterien sprechen gegen Absicht: Der Ball kommt billardmäßig aus kurzer Distanz, womit Aubameyang nicht gerechnet hatte. Dieser hat den Ball auch nicht im Blick. Von Absicht kann daher nicht die Rede sein.

Auch das Eigentor zum 2:0 wurde kritisiert. Hinter Benjamin Stambouli befand sich ein Dortmunder deutlich im Abseits. Wäre dieser Dortmunder nicht da gewesen, hätte Stambouli den Ball wohl nicht artistisch ins eigene Netz geschossen, sondern durchgelassen oder in Ruhe angenommen. Insofern zog der Angreifer schon einen Vorteil aus seiner Abseitsstellung. Das entspricht aber nicht der Definition des „Vorteilziehens“ im Sinne der Regel 11. Dieser ist nämlich das Berühren des Balls nach einem Abpraller von Pfosten oder Gegner (soweit keine neue Spielsituation vorliegt). In Betracht kommt nur das „Beeinflussen eines Gegenspielers“. Dieses wurde im Jahr 2013 aber deutlich enger gefasst als vorher. Seitdem reicht das Erzwingen einer Aktion, wie es hier vorlag, nicht aus. Das Beeinflussen eines Gegenspielers verlangt nun das Führen eines Zweikampfs um den Ball, Bedrängen oder Attackieren eines Gegenspielers, Behindern der Sicht oder eine klare Aktion zum Ball in Spielnähe, die den Gegner eindeutig behindert und dadurch dessen Verteidigungsmöglichkeiten klarerweise beschränkt. Eine fixe Definition für „Spielnähe“ gibt es nicht, aber die Verbände geben vor, dass die Höchstgrenze irgendwo zwischen 1,5 und zwei Metern verläuft. Schon daran scheitert hier ein strafbares Eingreifen. Doch auch wenn man hiervon absieht, macht der Dortmunder keine klare Aktion zum Ball und es befindet sich noch ein weiterer Verteidiger hinter Stambouli. All das spricht gegen ein aktives Eingreifen. Auch dieser Treffer war daher regulär.

Das Revierderby zeigt einmal mehr: Das Regelwerk ist nicht immer so, wie es die Regellegenden erscheinen lassen. Das muss man sich als Fan immer vor Augen führen, bevor man den Schiedsrichtern Fehlentscheidungen unterstellt. Diese machen zwar auch Fehler, kennen im Zweifel aber die Regeln doch besser als die Laien…

Mehr zum Thema:

Schiedsrichterball: Stopp!

Schiedsrichterball: Thesen zum Video-Beweis

Schiedsrichterball: Eine Frage der Perspektive

Diese News betrifft folgende Schiedsrichter:

Deniz Aytekin Name : Deniz Aytekin
Geburtsdatum: 21.07.1978
Ort: Oberasbach

Diese News betrifft folgende Schiedsrichter:

Deniz Aytekin
Name : Deniz Aytekin
Geburtsdatum: 21.07.1978
Ort: Oberasbach

17.12.2017 22:42 Uhr | Quelle: WahreTabelle RBL – Hertha: Timo Werner und Torunarigha im Fokus

Bundesliga bei WahreTabelle: Elfmeter für Gladbach?

RBLHertha

Was für eine Dramatik am 17. Spieltag der Fußball-Bundesliga! RB Leipzig verpasste in einer packenden Partie gegen Hertha BSC (2:3) den Sprung zurück auf Platz zwei und muss sich zur Winterpause mit Rang fünf begnügen. Die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl (50) blieb erstmals seit 2014/2015, damals noch in der 2. Liga, in fünf Pflichtspielen in Folge ohne Sieg und stellte damit ihre klub-interne Negativ-Serie ein. Die „Roten Bullen“ konnten am Sonntagabend eine mehr als 80-minütige Überzahl nicht nutzen. Sie agierten kraftlos und uninspiriert. Nach sieben Minuten war RBL-Stürmer Timo Werner Herthas Innenverteidiger Jordan Tor...

15.12.2017 14:23 Uhr | Quelle: WahreTabelle Auswertung: Höhere Siege für FC Bayern und Bayer 04

Elfmeter gegen Köln und Werder Bremen am 16. Spieltag.

Lewandowski_Robert_FCBayern

Werder Bremen konnte am 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga den Auswärtserfolg bei Borussia Dortmund (2:1) nicht vergolden. Die Hanseaten unterlagen am Mittwoch mit 0:1 bei Bayer 04 Leverkusen. Die „Werks-Elf“ steht am Ende des Spieltags auf Rang vier, hätte die Partie gegen Bremen wohl noch höher gewonnen. Das ergab die Auswertung durch die Fußball-Community WahreTabelle am Donnerstagabend. In der 66. Minute der Partie in der BayArena hätte Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) einen Elfmeter zugunsten der Le...

13.12.2017 22:58 Uhr | Quelle: WahreTabelle HSV-Drama: „Relegator“ Dennis Diekmeier im Abseits?

Bundesliga bei WahreTabelle: Diskussion um Oczipka auf Schalke.

Diekmeier_Dennis_HSVSGE

Das Portal BWIN Fußball taufte HSV-Außenverteidiger Dennis Diekmeier nach vier erfolgreichen Relegationsduellen  in der Bundesliga nur den „Relegator“. Doch der vom 1. FC Nürnberg nach Hamburg gewechselte Abwehrspieler hält noch einen anderen Rekord. Seit dem zweiten Spieltag und dem 3:1-Erfolg mit dem 1. FC Köln, seinem 183. Bundesliga-Spiel, ist Dennis Diekmeier der Profi mit den meisten Einsätzen in der deutschen Fußball-Eliteliga ohne eigenes Tor. Am Dienstag schien der „Relegator“ alle Kritiker verstummen zu lassen. Im Heimspiel

13.12.2017 09:52 Uhr | Quelle: WahreTabelle Pleite für Pauli bei Kauczinski-Debüt

Auch Jahn Regensburg im „Fokus 2. Liga“.

FCSTPMSV

Das Debüt von Markus Kauczinski (47) als neuem Trainer des FC St. Pauli gelang am 17. Spieltag der 2. Liga nur halb. Gegen den MSV Duisburg kamen die Kiez-Kicker vor heimischer Kulisse lediglich zu einem 2:2. Dieses Ergebnis, aber auch drei weitere Partien standen am Dienstagabend bei der Fußball-Community WahreTabelle im „Fokus 2. Liga“. Das Spiel am Millerntor, aber auch die Partie in der Continental Arena in Regensburg wurden am Ende mit tabellenrelevanter Ergebniskorrektur versehen. Der FC St. Pauli hätte nämlich den Kauczinski-Einstand komplett verpatzt. Der

11.12.2017 23:15 Uhr | Quelle: WahreTabelle 1. FC Köln gegen SC Freiburg 2:4 – Die totale Blamage

Bundesliga-Auswertung: Sieg für Gladbach gegen Schalke.

Guirassy_Sehrou_Schuster_Julian

Korrekturen über Korrekturen – am 15. Spieltag der Bundesliga blieben bei der Fußball-Community WahreTabellenur zwei Spiele – Borussia Dortmund gegen Werder Bremen (1:2) und Hamburger SV – VfL Wolfsburg (0:0) – ohne Änderungen. Ob Ergebniskorrektur, ob Platzverweis, es war kein gutes Wochenende für die Schiedsrichter. Die denkwürdigste Partie war das 3:4 des 1. FC Köln gegen den SC Freiburg am Sonntagmittag. Aus dieser fulminanten Aufholjagd der Breisgauer um den dreifachen Torschützen Nils Petersen (29) wurde sogar ein 4:2 aus Sicht des Sport-Club – und die totale Blamage für den 1. FC Köln. „Wa...