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 Karma  - #41


13.07.2021 16:31


Uwe0366


Hertha BSC-FanHertha BSC-Fan


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@rolli

Zitat von rolli
Zitat von Uwe0366
Zitat von rolli
Zitat von Uwe0366
Zitat von rolli
Zitat von Uwe0366
Zitat von nordic
Zitat von Y.N.W.A
Zitat von bobbo
Hat bei der Hymne zu laut gesungen...


Unfassbar lustig. Wirklich. Unfassbar lustig.

Bevor man richtig dummes Zeug sagt, sollte man sich informieren was Mancini in der Öffentlichkeit so für Aussagen tätigt. 
Du bist wahrscheinlich auch jemand, der Buffon geil findet. 
 


Vielleicht könntet Du einfach mal Belege für Deine Aussagen liefern.


Beleg: Unter anderem ein Interview auf dem Flughafen in Rom aus dem März 2015. Dort sagte er dem TV-Sender Mediasat Premium, dass Doopelstaatsbürger bei ihm in der Squadra Azzurra keine Platz hätten. "Die italienische Nationalmannschaft sollte italienisch sein." Im Team stünden Spieler, "die keine Italiener sind, sondern nur Verwandte hier haben." (Quelle: derstandart.at).
Über diese frühere Einstellung Mancinis, die er ja offenbar geändert hat - zwei aus Brasilien stammende Spieler hatten zentrale Bedeutung für das Team -,  wurde nach dem Elfmeterschießen gegen Spanien auch im TV gesprochen.
Daraus kann man aber keinen Nationalismus stricken - vielleicht hat ihn da das Gegenbeispiel Katar (deren Handballnationalmannschaft mit eingebürgerten zuvor eingekauften europäischen Handballstars) gestört. In Bezug auf die Rolle des Geldes im Fußball, in der andere Gegebenheiten keine Rolle mehr spielen, keine Einstellung, die per se auf eine nationalistische Gesinnung schließen läßt.


Ich denke, du musst es schon jedem selbst überlassen, was aus solchen Aussagen geschlossen wird. Sprich doch bitte für dich,  nicht von "man kann".

Du selbst stellst hier Mutmaßungen darüber an, was Mancini zu diesen Äußerungen bewogen hat. Die fnde ich nun wieder völlig abwegig, schließlich war die Rede von "kein Italiener, nur weil er Verwandte hier hat", also von Familie, nicht von einfach mal so eingebürgerten Fußballprofis. Deine Mutmaßungen braucht es gar nicht, Mancini hatte sich klar und eindeutig zu Spielern der Nationalmannschaft Italiens geäußert, die für ihn keine Italiener seien, weil deren Wurzeln nicht (ausschließlich) in Italien lagen. Das als nationalistisch einzuordnen, hat mit "Stricken" mal gar nichts zu tun.

Wenn der überaus verdiente Titel, den ich auch Mancicni absolut gönne, dazu beiträgt, dass mit diesem Mist endlich mal Schluss ist, hat Italien viel mehr gewonnen als nur die EM. Bei uns hat es leider nicht gereicht. Die DFB-Elf heißt nach wie vor in bestimmten Kreisen "Die Migrantschaft". Jeder weiß, was damit gemeint ist, und es ist widerlich.
Mein Lieber, das Phänomen, daß man bei Doppelstaatsbürgerschaft in einer U-Mannschaft eines Landes beginnt, um dann in der Nationalmannschaft eines anderen  zu enden, ist ja kein neues. Ich nenne da mal das Beispiel Orban. Das sage ich jetzt ganz wertneutral. Das soll der Verband entscheiden, um den es geht.

Oft ist es ja tatsächlich so, daß es für die eine Nationalmannschaft nicht langt, und dann nimmt man eine andere - aufgrund eines Verwandtschaftsstatus, ohne je im Land gelebt oder gespielt zu haben. Dass man dazu kritisch stehen kann, ohne nationalistisch angehaucht zu sein, ist für mich ausgemacht.

Wenn Du mir jetzt etwas sagen kannst, was über diese von mir geäußerte naive Position hinausgeht, dann bewerte ich meine Äußerung gerne neu. Das muß aber nicht in diesem aggressiven Ton sein.


Du beklagst einen aggressiven Ton, beginnst mit der Anrede "Mein Lieber" und in deinem ersten Post schreibst du von man "stricke" Nationalismus zusammen. Wende deine Ansprüche bitte auch selbst an. Und du kannst mir gern mitteilen, was an meinen Worten aggressiv war. 

Bei dem Hinweis, dass du die wörtliche Äußerung Mancinis aus dem Zusammenhang reißt und behauptest, er hätte das "vielleicht" anders gemeint,  bleibe ich. Deshalb gerne nochmal. Er hat konkret über drei Spieler gesprochen, die er trotz italienischer Staatsbürgerschaft nicht für Italien spielen lassen wollte. Und jetzt für dich die Neuigkeit: Das wurde selbst in Italien als nationalistisch gewertet. Du kannst da natürlich  anderer Meinung sein. Was du hier interpretierst, ist etwas ganz anderes.

Ich bin froh, dass Mancini seine Meinung offenbar geändert hat, und ich habe ihn auch gar nicht als Nationalisten bezeichnet. 

Und zu Orban: Er hat auch ungarische Wurzeln und deshalb zwei Optionen. Wo soll bitte schön das Problem sein? Jeder würde die Chance nutzen, wenn er bei einem solchen Turnier spielen könnte. Orban spielt nicht in der A-Nationalmannschaft irgendeines anderen Landes, sondern des Landes, aus dem ein Elternteil stammt. Ganz schlechtes Beispiel.  
Ist Orban mit der ungarischen Kultur großgeworden, hat er die mit der Muttermilch aufgesogen, daß er sich ganz und gar damit identifizeirt? Wage ich mal zu bezweifeln. Das muß nicht die Grundlage dafür sein, einem die höchste Ehre als Fußballer, dieses Land zu vertreten, zukommen zu lassen. Kann aber durchaus ein Standpunkt sein. Und das ist solange nicht nationalistisch, solange es sich nicht über anderes und andere stellt und deren Rechte einschränkt oder deren Würde beeinträchtigt. Im übrigen bin ich durchaus der Ansicht, wohlwissend, wie spekulativ das ist, daß Orban sich für die deutsche NM entschieden hätte, wenn er eine Chance des Einsatzes gesehen hätte. Damit reiße ich auch nichts aus dem Zusammenhang und behaupte auch nicht, daß Mancinis Äußerungen so zu interpretieren sind. Und die Tatsache, daß italienische Medien diese als nationalistisch bezeichen, macht genauso wenig eine nationalistische Gesinnung daraus wie Deine Interpretation. Da mußt Du kontextuell schon deutlich mehr bieten, also andere Aussagen Mancinis, aus denen das hervorgeht - diese Äußerung alleine und die Diskussion, was sie meint oder Deine Auffassung genügt mir für eine solche Beurteilung nicht. Im Gegenteil, ich kann diesen Standpunkt durchaus verstehen und würdigen, ohne ihn selbst einzunehmen.


Den Standpunkt, den du hier genannt hast (Kultur mit der Muttermilch aufgesogen) kann man haben. Sollte der Nationaltrainer irgendeiner Nation einen top qualifizierten Spieler mit dieser  oder der Begründung aussortieren, er sei nicht im Land geboren, dann wundere dich nicht über das mediale Echo. Genau das ist nämlich der Punkt, warum hier Nationalismus unterstellt wurde. Es geht darum, jemanden die Nationalität  trotz Staatsbürgerschaft abzusprechen. Er gehört schlichtweg nicht dazu. Ich halte diesen Standpunkt für unmöglich, in Deutschland vertritt diesen Unsinn nur die AfD. Ein solcher Trainer gehört mangels Sozialkompetenz sofort entlassen. Ein Trainer muss immer jeden einzelnen Spieler als Fußballer und Charakter beurteilen, aber nicht am Geburtsort.

Und: Ich muss zum Kontext gar nicht mehr bieten, der Kontext steht mit dem Geäußerten vollständig fest. Italiens Verbandspräsident hat die Sache damals ganz klargestellt. Für Italien kann spielen, wer die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. 



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 Karma  - #42


13.07.2021 19:44


rolli


Bayer Leverkusen-FanBayer Leverkusen-Fan


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@Uwe0366

Den Standpunkt, den du hier genannt hast (Kultur mit der Muttermilch aufgesogen) kann man haben. Sollte der Nationaltrainer irgendeiner Nation einen top qualifizierten Spieler mit dieser  oder der Begründung aussortieren, er sei nicht im Land geboren, dann wundere dich nicht über das mediale Echo. Genau das ist nämlich der Punkt, warum hier Nationalismus unterstellt wurde. Es geht darum, jemanden die Nationalität  trotz Staatsbürgerschaft abzusprechen. Er gehört schlichtweg nicht dazu. Ich halte diesen Standpunkt für unmöglich, in Deutschland vertritt diesen Unsinn nur die AfD. Ein solcher Trainer gehört mangels Sozialkompetenz sofort entlassen. Ein Trainer muss immer jeden einzelnen Spieler als Fußballer und Charakter beurteilen, aber nicht am Geburtsort.

Und: Ich muss zum Kontext gar nicht mehr bieten, der Kontext steht mit dem Geäußerten vollständig fest. Italiens Verbandspräsident hat die Sache damals ganz klargestellt. Für Italien kann spielen, wer die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. 
Da sind wir wieder beim Extremismus, der dem, was ein anderer äußert, sofort Extremismus vorwerfen muß. Ich kann Dir sagen, daß ich von der AFD mit Sicherheit viel weiter entfernt bin als Du. Reflektiere vielleicht einfach mal über den Begriff Heimat, heimisch, einheimisch.

Nationale Identität ist etwas, womit wir Deutschen zu Recht fremdeln und Schwierigkeiten haben. Das hängt aber am Werden unserer Nation und an unserer jüngeren Geschichte. Die Deutschen haben auch vor dieser jüngeren Geschichte andere Nationen um dieses natürliche ungezwungene Identitätsgefühl beneidet. Und dieses bedeutet nicht automatisch Ausschluß und Diskriminierung anderer der gleichen Staatsbürgerschaft, weil es da nicht um Rechte, oder Würde geht, sondern um die Einheit aus diesem Gefühl. Die kann ein formaler Akt nicht verleihen. Das Populisten in allen Ländern zu allen Zeiten dieses Gefühl genutzt und bedient haben, um daraus etwas Schlechtes zu machen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Du kannst einem Menschen eine Staatsbürgerschaft verleihen, aber damit verleihst Du ihm nicht Heimat und Heimischsein und am allerwenigsten nationale Identität. Du machst aus einem Hessen, der in Hessen aufgewachsen ist, keinen Niederbayern und aus einem Sauerländer keinen Nordfriesen. Deshalb wird aus dem Sauerländer in Nordfriesland noch lange kein Entrechteter und Diskriminierter und der kann da seine Heimat finden, die ist für ihn aber anders, als wenn er dort großgeworden ist.

Aber bevor ich mir den Mund fuselig rede: vielleicht kannst Du Dir ja etwas von dem Geschriebenen zu eigen machen, vielleicht bleibt es gänzlich unverständlich.



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 Karma  - #43


13.07.2021 19:59


Padro


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@Uwe0366

Zitat von Uwe0366
Zitat von rolli
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Zitat von rolli
Zitat von Uwe0366
Zitat von rolli
Zitat von Uwe0366
Zitat von nordic
Zitat von Y.N.W.A
Zitat von bobbo
Hat bei der Hymne zu laut gesungen...


Unfassbar lustig. Wirklich. Unfassbar lustig.

Bevor man richtig dummes Zeug sagt, sollte man sich informieren was Mancini in der Öffentlichkeit so für Aussagen tätigt. 
Du bist wahrscheinlich auch jemand, der Buffon geil findet. 
 


Vielleicht könntet Du einfach mal Belege für Deine Aussagen liefern.


Beleg: Unter anderem ein Interview auf dem Flughafen in Rom aus dem März 2015. Dort sagte er dem TV-Sender Mediasat Premium, dass Doopelstaatsbürger bei ihm in der Squadra Azzurra keine Platz hätten. "Die italienische Nationalmannschaft sollte italienisch sein." Im Team stünden Spieler, "die keine Italiener sind, sondern nur Verwandte hier haben." (Quelle: derstandart.at).
Über diese frühere Einstellung Mancinis, die er ja offenbar geändert hat - zwei aus Brasilien stammende Spieler hatten zentrale Bedeutung für das Team -,  wurde nach dem Elfmeterschießen gegen Spanien auch im TV gesprochen.
Daraus kann man aber keinen Nationalismus stricken - vielleicht hat ihn da das Gegenbeispiel Katar (deren Handballnationalmannschaft mit eingebürgerten zuvor eingekauften europäischen Handballstars) gestört. In Bezug auf die Rolle des Geldes im Fußball, in der andere Gegebenheiten keine Rolle mehr spielen, keine Einstellung, die per se auf eine nationalistische Gesinnung schließen läßt.


Ich denke, du musst es schon jedem selbst überlassen, was aus solchen Aussagen geschlossen wird. Sprich doch bitte für dich,  nicht von "man kann".

Du selbst stellst hier Mutmaßungen darüber an, was Mancini zu diesen Äußerungen bewogen hat. Die fnde ich nun wieder völlig abwegig, schließlich war die Rede von "kein Italiener, nur weil er Verwandte hier hat", also von Familie, nicht von einfach mal so eingebürgerten Fußballprofis. Deine Mutmaßungen braucht es gar nicht, Mancini hatte sich klar und eindeutig zu Spielern der Nationalmannschaft Italiens geäußert, die für ihn keine Italiener seien, weil deren Wurzeln nicht (ausschließlich) in Italien lagen. Das als nationalistisch einzuordnen, hat mit "Stricken" mal gar nichts zu tun.

Wenn der überaus verdiente Titel, den ich auch Mancicni absolut gönne, dazu beiträgt, dass mit diesem Mist endlich mal Schluss ist, hat Italien viel mehr gewonnen als nur die EM. Bei uns hat es leider nicht gereicht. Die DFB-Elf heißt nach wie vor in bestimmten Kreisen "Die Migrantschaft". Jeder weiß, was damit gemeint ist, und es ist widerlich.
Mein Lieber, das Phänomen, daß man bei Doppelstaatsbürgerschaft in einer U-Mannschaft eines Landes beginnt, um dann in der Nationalmannschaft eines anderen  zu enden, ist ja kein neues. Ich nenne da mal das Beispiel Orban. Das sage ich jetzt ganz wertneutral. Das soll der Verband entscheiden, um den es geht.

Oft ist es ja tatsächlich so, daß es für die eine Nationalmannschaft nicht langt, und dann nimmt man eine andere - aufgrund eines Verwandtschaftsstatus, ohne je im Land gelebt oder gespielt zu haben. Dass man dazu kritisch stehen kann, ohne nationalistisch angehaucht zu sein, ist für mich ausgemacht.

Wenn Du mir jetzt etwas sagen kannst, was über diese von mir geäußerte naive Position hinausgeht, dann bewerte ich meine Äußerung gerne neu. Das muß aber nicht in diesem aggressiven Ton sein.


Du beklagst einen aggressiven Ton, beginnst mit der Anrede "Mein Lieber" und in deinem ersten Post schreibst du von man "stricke" Nationalismus zusammen. Wende deine Ansprüche bitte auch selbst an. Und du kannst mir gern mitteilen, was an meinen Worten aggressiv war. 

Bei dem Hinweis, dass du die wörtliche Äußerung Mancinis aus dem Zusammenhang reißt und behauptest, er hätte das "vielleicht" anders gemeint,  bleibe ich. Deshalb gerne nochmal. Er hat konkret über drei Spieler gesprochen, die er trotz italienischer Staatsbürgerschaft nicht für Italien spielen lassen wollte. Und jetzt für dich die Neuigkeit: Das wurde selbst in Italien als nationalistisch gewertet. Du kannst da natürlich  anderer Meinung sein. Was du hier interpretierst, ist etwas ganz anderes.

Ich bin froh, dass Mancini seine Meinung offenbar geändert hat, und ich habe ihn auch gar nicht als Nationalisten bezeichnet. 

Und zu Orban: Er hat auch ungarische Wurzeln und deshalb zwei Optionen. Wo soll bitte schön das Problem sein? Jeder würde die Chance nutzen, wenn er bei einem solchen Turnier spielen könnte. Orban spielt nicht in der A-Nationalmannschaft irgendeines anderen Landes, sondern des Landes, aus dem ein Elternteil stammt. Ganz schlechtes Beispiel.  
Ist Orban mit der ungarischen Kultur großgeworden, hat er die mit der Muttermilch aufgesogen, daß er sich ganz und gar damit identifizeirt? Wage ich mal zu bezweifeln. Das muß nicht die Grundlage dafür sein, einem die höchste Ehre als Fußballer, dieses Land zu vertreten, zukommen zu lassen. Kann aber durchaus ein Standpunkt sein. Und das ist solange nicht nationalistisch, solange es sich nicht über anderes und andere stellt und deren Rechte einschränkt oder deren Würde beeinträchtigt. Im übrigen bin ich durchaus der Ansicht, wohlwissend, wie spekulativ das ist, daß Orban sich für die deutsche NM entschieden hätte, wenn er eine Chance des Einsatzes gesehen hätte. Damit reiße ich auch nichts aus dem Zusammenhang und behaupte auch nicht, daß Mancinis Äußerungen so zu interpretieren sind. Und die Tatsache, daß italienische Medien diese als nationalistisch bezeichen, macht genauso wenig eine nationalistische Gesinnung daraus wie Deine Interpretation. Da mußt Du kontextuell schon deutlich mehr bieten, also andere Aussagen Mancinis, aus denen das hervorgeht - diese Äußerung alleine und die Diskussion, was sie meint oder Deine Auffassung genügt mir für eine solche Beurteilung nicht. Im Gegenteil, ich kann diesen Standpunkt durchaus verstehen und würdigen, ohne ihn selbst einzunehmen.


Den Standpunkt, den du hier genannt hast (Kultur mit der Muttermilch aufgesogen) kann man haben. Sollte der Nationaltrainer irgendeiner Nation einen top qualifizierten Spieler mit dieser  oder der Begründung aussortieren, er sei nicht im Land geboren, dann wundere dich nicht über das mediale Echo. Genau das ist nämlich der Punkt, warum hier Nationalismus unterstellt wurde. Es geht darum, jemanden die Nationalität  trotz Staatsbürgerschaft abzusprechen. Er gehört schlichtweg nicht dazu. Ich halte diesen Standpunkt für unmöglich, in Deutschland vertritt diesen Unsinn nur die AfD. Ein solcher Trainer gehört mangels Sozialkompetenz sofort entlassen. Ein Trainer muss immer jeden einzelnen Spieler als Fußballer und Charakter beurteilen, aber nicht am Geburtsort.

Und: Ich muss zum Kontext gar nicht mehr bieten, der Kontext steht mit dem Geäußerten vollständig fest. Italiens Verbandspräsident hat die Sache damals ganz klargestellt. Für Italien kann spielen, wer die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. 


Ganz schön harte Geschütze. Ich stimme zwar zu, dass die Staatsbürgerschaft ausreicht. Nur sollte man dennoch mal zu den Hintergründen dieser Diskussion in Italien damals schauen. Die Aussage von Mancini stammt aus dem Jahre 2015, ich meine damals (und die Zeit davor) war der Kauf von nicht eu-ausländischen Spielern noch sehr stark eingeschränkt in der Serie A. Deswegen wurden dann von den Vereinen geschaut, ob da nicht irgendwo ein enfernter Verwandter ist, damit man schnell an eine italienische Staatsbürgerschaft kommt und die Regelung umgehen kann. Was man zumindest hinterfragen kann (ohne gleich zur AfD gerückt zu werden), ob das ein Grund für eine zusätzliche Staatsbürgerschaft ist (weil eben Geschäft statt freiwilligem Bekenntnis zu dem Land), wenn derjenige bis dato keinen wirklichen Bezug zu dem Land hatte. Das trifft nämlich auch diejenigen, die seit Jahren in dem Land leben und sich um eine Staatsbürgerschaft bemühen.



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 Karma  - #44


13.07.2021 22:50


bobbo


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Ich wollte eigentlich nichts mehr zu dem Thema schreiben, weil meiner Ansicht nach solche Äußerungen die sportlichen Erfolge der genannten Personen nicht schmälern (sollten), vor allem weil teilweise arg damit übertrieben wird, Leuten sofort gewisse Labels anzuheften, aber hauptsächlich weil diese Seite wohl der falsche Ort für politische Diskussionen ist, aber ganz witzig an der Geschichte um Mancini ist doch, dass zumindest einer der Spieler, der den italienischen Pass bekam, weil sein Urgroßvater wohl italienische Wurzeln hatte (wie auch Jorginho) sich mehr oder weniger für Italien entschieden hat, weil er dort größere Chancen sah auch tatsächlich in der Nationalmannschaft eingesetzt zu werden. Er hat dann aber lediglich zwei Freundschaftsspiele für Italien gemacht, seine Entscheidung deswegen wohl bereut und sich dann doch noch für Argentinien entschieden, dort kam er aber durch fehlende Klasse auch nur ein mal in einem Freundschaftsspiel zum Einsatz, das hatte also absolut nichts mit irgendeiner Verbundenheit zum Land Italien zu tun.
Ob jetzt der Geburtsort ein Faktor sein sollte sei mal dahingestellt, aber man kann von einem solchen, wie man im Vereinsfußball sagen würde, Söldner ja nicht erwarten, dass er für 'sein' Land alles reinhaut wenn weder ein nationales Zugehörigkeitsgefühl noch Stolz (ich weiß, ich weiß - ist bei euch hier ein sehr, sehr 'problematisches' Wort) dabei sind.

Und zu den doppelten Staatsbürgerschaften, schaut mal in die Vereinsprofile der großen Clubs rein, man staunt wenn man sieht wer dort "Spanier" oder "Italiener" ist.



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 Karma  - #45


13.07.2021 23:26


Uwe0366


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@rolli

Zitat von rolli
Den Standpunkt, den du hier genannt hast (Kultur mit der Muttermilch aufgesogen) kann man haben. Sollte der Nationaltrainer irgendeiner Nation einen top qualifizierten Spieler mit dieser  oder der Begründung aussortieren, er sei nicht im Land geboren, dann wundere dich nicht über das mediale Echo. Genau das ist nämlich der Punkt, warum hier Nationalismus unterstellt wurde. Es geht darum, jemanden die Nationalität  trotz Staatsbürgerschaft abzusprechen. Er gehört schlichtweg nicht dazu. Ich halte diesen Standpunkt für unmöglich, in Deutschland vertritt diesen Unsinn nur die AfD. Ein solcher Trainer gehört mangels Sozialkompetenz sofort entlassen. Ein Trainer muss immer jeden einzelnen Spieler als Fußballer und Charakter beurteilen, aber nicht am Geburtsort.

Und: Ich muss zum Kontext gar nicht mehr bieten, der Kontext steht mit dem Geäußerten vollständig fest. Italiens Verbandspräsident hat die Sache damals ganz klargestellt. Für Italien kann spielen, wer die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. 
Da sind wir wieder beim Extremismus, der dem, was ein anderer äußert, sofort Extremismus vorwerfen muß. Ich kann Dir sagen, daß ich von der AFD mit Sicherheit viel weiter entfernt bin als Du. Reflektiere vielleicht einfach mal über den Begriff Heimat, heimisch, einheimisch.

Nationale Identität ist etwas, womit wir Deutschen zu Recht fremdeln und Schwierigkeiten haben. Das hängt aber am Werden unserer Nation und an unserer jüngeren Geschichte. Die Deutschen haben auch vor dieser jüngeren Geschichte andere Nationen um dieses natürliche ungezwungene Identitätsgefühl beneidet. Und dieses bedeutet nicht automatisch Ausschluß und Diskriminierung anderer der gleichen Staatsbürgerschaft, weil es da nicht um Rechte, oder Würde geht, sondern um die Einheit aus diesem Gefühl. Die kann ein formaler Akt nicht verleihen. Das Populisten in allen Ländern zu allen Zeiten dieses Gefühl genutzt und bedient haben, um daraus etwas Schlechtes zu machen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Du kannst einem Menschen eine Staatsbürgerschaft verleihen, aber damit verleihst Du ihm nicht Heimat und Heimischsein und am allerwenigsten nationale Identität. Du machst aus einem Hessen, der in Hessen aufgewachsen ist, keinen Niederbayern und aus einem Sauerländer keinen Nordfriesen. Deshalb wird aus dem Sauerländer in Nordfriesland noch lange kein Entrechteter und Diskriminierter und der kann da seine Heimat finden, die ist für ihn aber anders, als wenn er dort großgeworden ist.

Aber bevor ich mir den Mund fuselig rede: vielleicht kannst Du Dir ja etwas von dem Geschriebenen zu eigen machen, vielleicht bleibt es gänzlich unverständlich.


Ich frage mich ehrlich, was hier falsch läuft.

1. Ich habe dir gar nichts vorgeworfen, das Wort Extremismus nicht benutzt. Du selbst hast geschrieben, dass du eine solche Position verstehst, ohne sie dir zu eigen zu machen. Warum fühlst du dich dann angesprochen oder gar angegriffen?

2. Was nimmst du dir heraus zu bewerten, wie nahe ich der AfD stehe? Ich habe nur deutlich gemacht, dass solche Positionen in Deutschland von der AfD vertreten werden. Meine Positionen könnte gar nicht weiter von denen der AfD sein. 

3. Verstehst du nicht, dass es eindeutig Diskriminierung ist, wenn einem Spieler (bei mal angenommen unbestrittenen sportlichen und charakterlichen Fähigkeiten/Eigenschaften) die Möglichkeit genommen wird für ein Land zu spielen, obwohl man er a) Staatsbürger des Landes ist und b) alle formalen Anforderungen von Verband und Uefa/Fifa erfüllt? Natürlich ist das Argument "ich lasse keine Spieler spielen, die nicht hier geboren sind" zutiefst entwürdigend und verletzend für jeden, der davon betroffen ist. Es benachteiligt den Spieler aufgrund seiner Herkunft, was bei uns einen Grundrechtsverstoß bedeuten würde. Daran müsste sich der DFB messen lassen, auch wenn er Grundrechte nur gegenüber dem Staat bestehen. Und so war es auch in Italien, weswegen der Verband die Sache klargestellt hat.

4. Es geht hier nicht um nationale Identität, nicht um Schwierigkeiten von uns Deutschen damit. Es geht um Rechte. Jeder Spieler mit einer Staatsbürgerschaft muss grundsätzlich dieselben Rechte auf den Zugang zur Nationalmannschaft haben. Es ging bei Mancinis Aussage auch nicht um "Staatbürgerwanderung", schon gar nicht um die zusammengekaufte Handballmannschaft Qatars. Es ging um drei Spieler mit italienischen Wurzeln, Eltern, Großeltern. Sie trugen die nationale Identität, von der du redest, in ihren Familien.

5. Dein Satz über Hessen, Sauerländer, Niederbayern bedeutet in Bezug auf Italien nicht mehr, als dass ein Sizilianer kein Toskaner ist, ein Südtiroler kein Sardine. Natürlich, das ist aber nicht das Thema. Zu behaupten, nicht in Italien geborene Italiener, könnten die nationale Identität nicht entwickeln, ist, mit allem Verlaub, Bulshit. Den Beweis tritt jeder Spieler an, der mit Inbrunst die Hymne seines Landes singt, und selbst wenn nicht, allein schon dadurch, dass er sich auf dem Platz für die Ehre seines Landes den Arsch aufreißt. 

Das war es dann, das wird mir hier zu politisch. Letztlich ging es mal um eine Äußerung, für die ein Beleg verlangt wurde. Da er mir bekannt war, habe ich ihn hier gepostet, um mich dann (wieder mal von derselben Person) in eine Endlosdiskussion verwickeln zu lassen. Es reicht.



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 Karma  - #46


14.07.2021 01:17


rolli


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@Uwe0366

Es tut mir leid, daß ich Dich überfordert habe. Ich bin nicht einverstanden mit Deiner Konnotation von Mancinis Äusserung und habe versucht, die Verkürzungen, die ich darin sehe, zu beschreiben. Du kannst das offensichtlich nicht nachvollziehen und deshalb hat hier die Diskussion auch keinen Sinn mehr. Trotzdem wünsche ich mir von Dir mehr Respekt und nicht solche abschätzigen Bemerkungen wie "wieder mal von derselben Person" und "Endlosdiskussion".

 



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 Karma  - #47


14.07.2021 08:54


Uwe0366


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@rolli

Zitat von rolli
Es tut mir leid, daß ich Dich überfordert habe. Ich bin nicht einverstanden mit Deiner Konnotation von Mancinis Äusserung und habe versucht, die Verkürzungen, die ich darin sehe, zu beschreiben. Du kannst
das offensichtlich nicht nachvollziehen und deshalb hat hier die Diskussion auch keinen Sinn mehr. Trotzdem wünsche ich mir von Dir mehr Respekt und nicht solche abschätzigen Bemerkungen wie "wieder mal von derselben Person" und "Endlosdiskussion".

 


Lass einfach mal deine arrogante Attitüde stecken. Schreib zu Sache, ohne dauernd persönlich zu werden! Du hast mich keineswegs überfordert. Du ignorierst hingegen wiederholt, dass es gar nicht um MEINE Konnotation ging, sondern um die eines anderen Users. Ich habe nur einen Beleg geliefert. Es ging mir um DEINE Verallgemeinerung "man kann daraus nicht..." ging. "Man" kann nämlich selbstverständlich, und der Vorwurf wurde von vielen Seiten erhoben. Ich kann auch nachvollziehen, dass jemand das anders sieht. Es gibt für beide Standpunkte gute Gründe, andere User hier haben das mit passenderen Argumenten deutlich gemacht, nicht mit der Handballmannschaft Qatars. Statt über das diskriminierende Element der Äußerung Mancinis zu reflektieren, fabulierst du über Heimat, heimisch und Einheimische. Ich halte das für Quatsch, weil für mich darin ein Urteil über jede x-beliebige Person steckt, nämlich: Der bleibt ein Fremder, auch wenn seine Mutter, seine Großmutter von "hier" waren. Der wird niemals "echter" Italienier, Deutscher oder Friese sein, und zwar konkret auf Mancinis Äußerung bezogen Das ist falsch, ich kenne zig Gegenbeispiele, und diese ausgrenzende Sichtweise ist eine sehr fragwürdige. Genau wie deine dreiste Behauptung, ich würde näher an der AfD stehen als du. Ein Vergleich ohne jede Grundlage. Du kennst mich nicht, aber urteilst. Das ist respektlos, und trotzdem forderst du mehr Respekt von mir. 
 



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