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28.05.2016 10:04 Uhr | Quelle: WahreTabelle

„Riesen-Kompliment für unsere Schiedsrichter“

Deutsche Referees im Champions-League- und Meistercupfinale.

Fandel / CL Finale
Quelle: Imago Sportfoto
Unter dem prüfenden Blick von Schiedsrichter Herbert Fandel (2. v. l.) bilden die Liverpooler um Superstar Steven Gerrard (2. v. r.) im Champions-League-Finale 2007 gegen den AC Mailand eine Freistoßmauer.

In 60 Jahren Landesmeistercup und Champions League (seit 1992/93) standen fast alle großen Referees Europas im Meisterfinale – und auch deutsche Unparteiische gehörten zu diesem exklusiven Kreis.

Den Anfang machte 1959 – im ersten Europapokalfinale in Deutschland – der Kaiserslauterer Albert Dusch (1912 – 2002). Er war Spielleiter der Final-Neuauflage von 1956, Real Madrid – Stade Reims (2:0) im Stuttgarter Neckarstadion. Der bullige Referee, mit einem Gewicht von 95 Kilogramm eine respekteinflößende Persönlichkeit, war bis 1935 Keeper des 1. FC Kaiserslautern, leitete dann zwischen 1950 und 1962 insgesamt 21 Endrundenspiele um die Deutsche Meisterschaft und drei DFB-Pokalfinals.

Rudolf Kreitlein (1919 – 2012) gilt neben dem englischen Schiedsrichter Ken Aston als „Erfinder“ der Gelben und Roten Karte. Obwohl der Referee aus Stuttgart 1967 die Altersgrenze erreicht hatte, pfiff Kreitlein noch bis 1969 in der Bundesliga – und er war auch 1966 im Meisterfinale in Brüssel mit Real Madrid und Partizan Belgrad (2:1) der 23. Mann. Nächster deutscher Referee in einem Meisterfinale: Kurt Tschenscher (1928 - 2014). Der gebürtige Oberschlesier, der für den badischen Klub VfL Neckarau pfiff, war ab 1958 FIFA-Schiedsrichter und galt Ende der Fünfzigerjahre als einer der besten Schiedsrichter der Welt. Schon 1962 pfiff er das Pokalsiegerfinale AC Florenz gegen Atlético Madrid, ehe ihn die UEFA für das Meistercup-Endspiel am 25. Mai 1967 in Lissabon nominierte. Unter Tschenschers Leitung bezwang Celtic Glasgow überraschend den Favoriten Inter Mailand (2:1).

In den „goldenen Siebzigern“ für die deutschen Klubs im Europapokal der Landesmeister mit dem Titel-Hattrick des FC Bayern München 1974 bis 1976 und der Finalteilnahme von Borussia Mönchengladbach 1977 sowie dem Endspieleinzug des Hamburger SV 1979/80 waren fast durchweg keine deutschen Referees im Finale einsetzbar. Erst 1989 wurde mit der Finalpaarung AC Mailand – Steaua Bukarest (4:0) mit Karl-Heinz Tritschler (heute 66) aus Freiburg wieder ein Bundesliga-Referee nominiert. Ihm folgte 1992 Aron Schmidhuber (69) aus Ottobrunn. Der Mann aus Bayern, im gleichen Jahr zum „Weltschiedsrichter“ gekürt, pfiff im englischen Fußballtempel von Wembley die Begegnung FC Barcelona – Sampdoria Genua (1:0 n. V.). Schmidhuber, heute Schiedsrichterbeobachter der UEFA, leitete insgesamt 100 internationale Spiele. „Bei italienischen Fußballprofis“, verriet Schmidhuber später einmal auf einem Schiedsrichterlehrgang des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), „hilft auch ein energisches bayerisches ,Schleich di!‘“

Erster deutscher Final-Schiedsrichter in der Champions-League-Ära: Hellmut Krug (60) aus Gelsenkirchen. Der heute 60-Jährige pfiff 1998 Real Madrid – Juventus Turin (1:0) in Amsterdam und bekannte im März 2015 in einem Interview mit WahreTabelle: „Dieses Finale ist etwas Besonderes für einen Schiedsrichter, weil man es in der Regel selten öfter als einmal leiten darf.“ Zwischen 1999 und 2002 standen mit dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen stets deutsche Klubs im Finale bzw. im Halbfinale (2000), sodass die Länderregelung erneut einen DFB-Schiedsrichtereinsatz im Endspiel verhinderte. Das änderte sich 2003. Dr. Markus Merk (54) aus Kaiserslautern, dreimaliger „Weltschiedsrichter des Jahres“, fügte seiner außergewöhnlichen Referee-Laufbahn ein weiteres Highlight hinzu. Der Zahnmediziner pfiff in Manchester das italienische Final-Duell AC Mailand – Juventus Turin (3:2 n. E.).

Den bislang letzten Einsatz eines deutschen Schiedsrichters in einem Champions-League-Finale gab es vor neun Jahren. Herbert Fandel (52) aus Kyllburg in Rheinland-Pfalz führte 2007 den AC Mailand und den FC Liverpool (2:1) zur Revanche für den Final-Thriller von 2005 (6:5 n. E. nach 0:3-Rückstand für die „Reds“ / Leitung: Manuel Mejuto Gonzalez aus Spanien) im Athener Olympiastadion auf den Rasen.

Schon ein Jahr zuvor hatte Fandel, heute Schiedsrichter-Obmann des DFB, mit dem UEFA-Cup-Endspiel FC Sevilla – FC Middlesbrough (4:0) in Eindhoven ein Europapokalfinale leiten dürfen. „Ich habe gedacht: Das ist ein Ding. Für mich ist das ein Traum seit meiner Kindheit und der absolute Höhepunkt meiner Karriere“, sagte Fandel 2007 dem Berliner Tagesspiegel, „ich empfinde die Nominierung als große Ehre und als Riesenkompliment an die deutschen Schiedsrichter“.

Das gilt für alle deutschen Unparteiischen, die seit 1956 das bedeutendste Vereinsspiel in Europa leiten durften… (cge).

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Rudolf Kreitlein (1919 – 2012) gilt neben dem englischen Schiedsrichter Ken Aston als „Erfinder“ der Gelben und Roten Karte. Obwohl der Referee aus Stuttgart 1967 die Altersgrenze erreicht hatte, pfiff Kreitlein noch bis 1969 in der Bundesliga – und er war auch 1966 im Meisterfinale in Brüssel mit Real Madrid und Partizan Belgrad (2:1) der 23. Mann. Nächster deutscher Referee in einem Meisterfinale: Kurt Tschenscher (1928 - 2014). Der gebürtige Oberschlesier, der für den badischen Klub VfL Neckarau pfiff, war ab 1958 FIFA-Schiedsrichter und galt Ende der Fünfzigerjahre als einer der besten Schiedsrichter der Welt. Schon 1962 pfiff er das Pokalsiegerfinale AC Florenz gegen Atlético Madrid, ehe ihn die UEFA für das Meistercup-Endspiel am 25. Mai 1967 in Lissabon nominierte. Unter Tschenschers Leitung bezwang Celtic Glasgow überraschend den Favoriten Inter Mailand (2:1).

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Erster deutscher Final-Schiedsrichter in der Champions-League-Ära: Hellmut Krug (60) aus Gelsenkirchen. Der heute 60-Jährige pfiff 1998 Real Madrid – Juventus Turin (1:0) in Amsterdam und bekannte im März 2015 in einem Interview mit WahreTabelle: „Dieses Finale ist etwas Besonderes für einen Schiedsrichter, weil man es in der Regel selten öfter als einmal leiten darf.“ Zwischen 1999 und 2002 standen mit dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen stets deutsche Klubs im Finale bzw. im Halbfinale (2000), sodass die Länderregelung erneut einen DFB-Schiedsrichtereinsatz im Endspiel verhinderte. Das änderte sich 2003. Dr. Markus Merk (54) aus Kaiserslautern, dreimaliger „Weltschiedsrichter des Jahres“, fügte seiner außergewöhnlichen Referee-Laufbahn ein weiteres Highlight hinzu. Der Zahnmediziner pfiff in Manchester das italienische Final-Duell AC Mailand – Juventus Turin (3:2 n. E.).

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