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17.05.2021 16:41 Uhr | Quelle: dpa

Ex-Referee Krug übt Kritik am VAR: „Wird der ursprünglichen Grundidee nicht gerecht“

Zu häufig würde ein Spiel unterbrochen werden

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Quelle: imago images
Ex-Schiedsrichter Hellmut Krug.

Der frühere Spitzen-Referee Hellmut Krug sieht eine Fehlentwicklung beim Videobeweis. „Stand heute muss man sagen: Der ursprünglichen Grundidee des VAR-Projekts wird man fast überall auf der Welt nicht gerecht“, erklärte der einstige Schiedsrichter-Boss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutsche Fußball Liga (DFL) im Interview mit der „dpa“.

Aus Sicht des 64-Jährigen, der 240 Einsätze in der Bundesliga hatte und langjähriger Projektleiter beim DFB war, bestehe das oberste Ziel darin, spielentscheidende, klare und offensichtliche Fehler des Schiedsrichters zu korrigieren – beispielsweise die „Hand Gottes“ von Diego Maradona bei der Weltmeisterschaft 1986. „Stattdessen ist man immer mehr dazu übergegangen, Situationen akribisch an den Bildschirmen zu sezieren und beschäftigt sich mit Entscheidungen, die nicht klar falsch sind“, betonte Krug.

DFB will Qualität im Videokeller erhöhen – Weniger Schiedsrichter vor den Monitoren

Angesichts der andauernden Kritik am Videoschiedsrichter sei es „in der einen oder anderen Situation“ für die Unparteiischen in der fast abgelaufenen Saison „sicher gut“ gewesen, dass wegen der Corona-Pandemie keine Zuschauer im Stadion gewesen seien. Sonst hätte es von erbosten Fans noch mehr Druck gegeben.

„Der VAR soll ausschließlich intervenieren, wenn er absolut sicher ist, dass dem Schiedsrichter ein klarer Fehler unterlaufen ist“, stellte Krug klar. „Wenn ein Schiedsrichter sich die Szene 90 Sekunden lang am Monitor ansehen muss – wie kann dann noch von einem klaren Fehler die Rede sein?“, fragte der gebürtige Gelsenkirchener.

Durch diese detektivische Herangehensweise würden plötzlich auch diskutable und kleinere Vergehen eine Rolle spielen. „Die Folge ist, dass entgegen der ursprünglichen Absicht das Spiel häufiger für Checks und gegebenenfalls Reviews unterbrochen wird. So ist man auf dem besten Weg, den Fußball zu verändern, da viel mehr Eingriffe von außen stattfinden“, erklärte Krug, der noch bis Ende des Monats als Projektleiter im Schweizer Fußball tätig ist.

Der frühere Spitzen-Referee Hellmut Krug sieht eine Fehlentwicklung beim Videobeweis. „Stand heute muss man sagen: Der ursprünglichen Grundidee des VAR-Projekts wird man fast überall auf der Welt nicht gerecht“, erklärte der einstige Schiedsrichter-Boss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutsche Fußball Liga (DFL) im Interview mit der „dpa“.

Aus Sicht des 64-Jährigen, der 240 Einsätze in der Bundesliga hatte und langjähriger Projektleiter beim DFB war, bestehe das oberste Ziel darin, spielentscheidende, klare und offensichtliche Fehler des Schiedsrichters zu korrigieren – beispielsweise die „Hand Gottes“ von Diego Maradona bei der Weltmeisterschaft 1986. „Stattdessen ist man immer mehr dazu übergegangen, Situationen akribisch an den Bildschirmen zu sezieren und beschäftigt sich mit Entscheidungen, die nicht klar falsch sind“, betonte Krug.

DFB will Qualität im Videokeller erhöhen – Weniger Schiedsrichter vor den Monitoren

Angesichts der andauernden Kritik am Videoschiedsrichter sei es „in der einen oder anderen Situation“ für die Unparteiischen in der fast abgelaufenen Saison „sicher gut“ gewesen, dass wegen der Corona-Pandemie keine Zuschauer im Stadion gewesen seien. Sonst hätte es von erbosten Fans noch mehr Druck gegeben.

„Der VAR soll ausschließlich intervenieren, wenn er absolut sicher ist, dass dem Schiedsrichter ein klarer Fehler unterlaufen ist“, stellte Krug klar. „Wenn ein Schiedsrichter sich die Szene 90 Sekunden lang am Monitor ansehen muss – wie kann dann noch von einem klaren Fehler die Rede sein?“, fragte der gebürtige Gelsenkirchener.

Durch diese detektivische Herangehensweise würden plötzlich auch diskutable und kleinere Vergehen eine Rolle spielen. „Die Folge ist, dass entgegen der ursprünglichen Absicht das Spiel häufiger für Checks und gegebenenfalls Reviews unterbrochen wird. So ist man auf dem besten Weg, den Fußball zu verändern, da viel mehr Eingriffe von außen stattfinden“, erklärte Krug, der noch bis Ende des Monats als Projektleiter im Schweizer Fußball tätig ist.

18.05.2021 17:31


woscsnh


1899 Hoffenheim-Fan1899 Hoffenheim-Fan


Mitglied seit: 18.10.2015

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Beiträge: 1563

@Stern des Südens

Zitat von Stern des Südens
Wieder einer der seinen Senf dazu abgibt ohne dabei konkret zu werden!
Das ist wenig hilfreich und gerade zu symptomatisch.
Wer ausserdem sagt denn, dass "die Grundidee" die bessere Lösung gewesen wäre?Kann es nicht auch so sein, dass "die Grundidee" lediglich eine Idee war, mit dieser man gar nicht konkret im Regelwerk unterwegs war?

Krug sollte doch bitte konkrete Szenen aufzählen, bei denen der VAR eingegriffen hat, Krug aber lieber keinen VAR - Eingriff sehen wollte - und dann bitte genau dieses Beispiel mit Begründung aufzeigen.

Bei den unendlich langen Millimeterszenen mit angeblichem Lot und um einen Millimeter größeren Schuhgröße würde ich ihm zustimmen, in den anderen seltenen Fällen in denen ein VAR noch eingegriffen hat eher nicht, wobei es natürlich auch da Einzelfälle gab, die unverständlich waren, andere aber dagegen wieder vorbildlich.
Ebenso gab es aber auch Fälle, in welchen der VAR nicht eingegriffen hat, obwohl er es hätte besser tun sollen.

Fazit: dieser pauschale Rundumschlag, - oder besser gesagt ist es von der Intention her eher ein Kahlschlag von Krug - ist genau das, was die VAR - Diskussion nicht brauchen kann.
 

Lassen wir seine Geschichte außer Acht. Das Klima rund um die SR scheint ohnehin unverändert.

Ich meine er wollte sagen:
Es besteht eine Tendenz, jede (scheinbar, anscheinend) wesentliche Szene zu kontrollieren und korrekt zu entscheiden. Solche Szenen kommen aber sehr häufig vor. Dadurch wird der Charakter des Spiels verändert.
Besser wäre es, wenn der VAR nur bei wirklich offensichtlichen Fehlern eingreifen würde.

Mir fällt dazu z.B. ad-hoc der Strafstoß für Bayern in Freiburg ein. Viele Offensiv-Handspiele, bei denen der Ball nur unmerklich touchiert wurde, ein von einem Auswechselspieler verursachter Strafstoß, Millimeter Entscheidungen beim Abseits,...
 


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18.05.2021 15:16


Jadon


Bayern München-FanBayern München-Fan


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18.05.2021 14:20


Stern des Südens


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Wieder einer der seinen Senf dazu abgibt ohne dabei konkret zu werden!
Das ist wenig hilfreich und gerade zu symptomatisch.
Wer ausserdem sagt denn, dass "die Grundidee" die bessere Lösung gewesen wäre?Kann es nicht auch so sein, dass "die Grundidee" lediglich eine Idee war, mit dieser man gar nicht konkret im Regelwerk unterwegs war?

Krug sollte doch bitte konkrete Szenen aufzählen, bei denen der VAR eingegriffen hat, Krug aber lieber keinen VAR - Eingriff sehen wollte - und dann bitte genau dieses Beispiel mit Begründung aufzeigen.

Bei den unendlich langen Millimeterszenen mit angeblichem Lot und um einen Millimeter größeren Schuhgröße würde ich ihm zustimmen, in den anderen seltenen Fällen in denen ein VAR noch eingegriffen hat eher nicht, wobei es natürlich auch da Einzelfälle gab, die unverständlich waren, andere aber dagegen wieder vorbildlich.
Ebenso gab es aber auch Fälle, in welchen der VAR nicht eingegriffen hat, obwohl er es hätte besser tun sollen.

Fazit: dieser pauschale Rundumschlag, - oder besser gesagt ist es von der Intention her eher ein Kahlschlag von Krug - ist genau das, was die VAR - Diskussion nicht brauchen kann.
 


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