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08.02.2020 22:32 Uhr | Quelle: WahreTabelle

Schiedsrichterball: Ach, hör doch auf! - Zweiter Teil

Undisziplinierte Profis färben auf den Amateurfußball ab – Schluss damit!

Johannes Gründel
Johannes Gründel
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Quelle: imago images
Das härtere Durchgreifen in der Bundesliga soll vor allem Schiedsrichtern im Amateurbereich helfen

Johannes Gründel
Johannes Gründel

Zu Teil 1: Spieler vs. Referee – Der Kampf um die Macht auf dem Platz

Die perverse Verkehrung von Täter und Opfer

Bei der Frage nach dem Täter und dem Opfer kam es in der Öffentlichkeit im Fall Pléa zu einer schon perversen Verkehrung der Beteiligten. Pléa hatte gegen die Spielregeln verstoßen, indem er gegen die Entscheidungen von Stieler protestierte. Kurze Erinnerung: Nach Regel 12 ist sämtlicher Protest gegen Schiedsrichterentscheidungen zu verwarnen. Zweifacher (und damit Wiederholungs-)Täter in dieser Situation ist also der Gladbacher, Stieler ist dagegen das Opfer. In der Öffentlichkeit wurde aber aufgrund seiner regelkonformen Reaktion Stieler zum Täter, dem das Fingerspitzengefühl fehle, und Pléa zum Opfer des bösen, überharten Schiedsrichters. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Jeder Spieler, der protestiert – gerade außenwirksam –, setzt sich dem Risiko aus, dafür regelkonform sanktioniert zu werden. Bekommt er dann die entsprechende persönliche Strafe, ist das die Ahndung eines Fehlverhaltens. Reagiert der Schiedsrichter dagegen anders, hat der Täter Glück gehabt. Hierin steckt sicherlich ein Stückchen Willkür – das ist aber auch in Ordnung, denn der Schiedsrichter ist hier naturbedingt nicht nur Richter, sondern auch Opfer. Und jedes Opfer empfindet Vergehen gegen sich selbst als unterschiedlich schwerwiegend, sodass ihm eine andere Reaktion angemessen erscheint. Im deutschen Strafrecht unterliegt die Verfolgung verschiedener Delikte (z.B. der Beleidigung und des Hausfriedensbruchs) auch der Willkür des Opfers, ob dieses einen Strafantrag stellt oder nicht. Und wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, eine scharfe Ansprache reicht ihm, dann ist das auch keine Benachteiligung des anderen Teams, weil es bei persönlichen Strafen wegen Vergehen gegen den Schiedsrichter nur darum geht, das Fehlverhalten zu sanktionieren. Das ist eine Sache zwischen dem Spieler und dem Schiedsrichter. Die gegnerische Mannschaft ist nur der Nutznießer einer persönlichen Strafe, auf die diese aber keinen Anspruch hat.

Klare Außenwirksamkeit als wesentlicher Faktor

Dennoch: Wenn eine gewisse Grenze überschritten ist, insbesondere eine klare Außenwirksamkeit da ist, ist in meinen Augen eine persönliche Strafe erforderlich. Hier beschränkt sich die Wirkung der Aktion nämlich nicht auf den Spieler und den Schiedsrichter, sondern strahlt nach außen (deshalb ja „Außenwirksamkeit“) – und zwar über das konkrete Spiel und die betroffene Liga hinaus. Zur Verdeutlichung: Wenn ein Spieler zum Schiedsrichter ruhig sagt „Du Blinder siehst heute ja gar nichts“ und der Schiedsrichter antwortet „Du kannst heute auch keinen Ball stoppen“, dann bekommt das außer den beiden Beteiligten in der Regel niemand mit. Hier sind wir wieder bei der angesprochenen Sache zwischen dem Spieler und dem Schiedsrichter. Rennt der Spieler dagegen wild gestikulierend auf den Schiedsrichter zu und brüllt ihn dabei an, bekommt das jeder mit, egal ob auf dem Feld, im Stadion oder vor dem TV.

Auswirkungen des Profifußballs im Amateurbereich

Damit ist es eben keine Angelegenheit mehr zwischen den Beiden, sondern strahlt auf das Spiel, auf die Liga und in einem gewissen Umfang auch auf den ganzen deutschen Fußball aus. Deshalb ist hier eine Reaktion erforderlich. Dabei, wie diese Reaktion aussieht, hat der betroffene Schiedsrichter als primäres Opfer wieder einen gewissen Spielraum, wichtig ist aber für die Auswirkungen, dass der Schiedsrichter als Sieger aus dieser Konfrontation herausgeht. Dann wird nämlich die Botschaft ausgesendet: „Ein solches Verhalten wird nicht toleriert, Ihr könnt es Euch also sparen“. Verliert der Schiedsrichter dagegen die Konfrontation, wird vermittelt: „Das könnt Ihr ruhig machen, der/die Schiedsrichter macht/machen eh nichts dagegen“. Und genau das sehen auch die Sportler im Amateurbereich.

Dabei geht es natürlich nicht um eine einzelne Szene, die Eskalationen im Amateurbereich verhindern kann. Das kann nur das Durchbrechen der oben schon angesprochenen Meckerkultur, wofür man aber in jeder Einzelszene kämpfen muss. Die Spieler im Jugend- und Amateurbereich sehen ja im Profibereich, wenn der Schiedsrichter bei jeder Entscheidung umringt und mit Protesten überschüttet wird. Also halten sie so ein Verhalten für normal und ahmen es nach. Mir ist dabei ein eigenes Erlebnis prägend im Gedächtnis geblieben: Nach einem U15-Spiel habe ich einen Spieler, der bei jeder Entscheidung gegen sein Team bei mir vorstellig wurde, gefragt, warum er das denn mache und was er damit erreichen wolle. Nach einer kurzen Denkpause gestand der Spieler ein: „Keine Ahnung, aber die Profis machen das auch.“ Kurzum: Es wird als normal empfunden, wenn ein Schiedsrichter umringt und verbal angegangen wird, weil das im Profibereich ja gang und gäbe ist.

Fehlende Disziplin als verstärkender Faktor im Amateurbereich

Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Profi- und dem Amateurbereich, nämlich die naturgemäße Professionalisierung. Im Profibereich sind Gewaltexzesse nahezu ausgeschlossen. Zum einen sind die Spieler selbst diszipliniert und wissen genau, dass sie sich einen entsprechenden Ausbruch sportlich nicht leisten können und dieser auch erhebliche Auswirkungen auf ihre weitere Karriere samt massiver finanzieller Einbußen hätte. Zum anderen gibt es im Profibereich einen guten Ordnungsdienst, der den Schiedsrichter notfalls vor dem Schlimmsten schützen kann – und zur Not ist die Polizei auch noch da. Doch trotz allem ist es auch im Profibereich nur nahezu und nicht vollständig ausgeschlossen, dass Schiedsrichter Opfer tätlicher Angriffe werden. Beispiele gefällig? Auch wenn es lang her ist: Bei der Partie St. Pauli gegen Schalke wurde Assistent Thorsten Schiffner von einem Hartplastikbecher getroffen. Beim Vorbereitungsspiel zwischen Düsseldorf und Benfica Lissabon schubste Luisao Schiedsrichter Christian Fischer, sodass dieser kurz bewusstlos war und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Und die Eskalationen beim und vor allem nach dem Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und der Hertha haben wir wohl noch alle im Kopf.

Wenn schon im Profibereich solche Eskalationen nicht vollständig verhindert werden können, braucht es nicht viel Fantasie, sich auszumalen, was das im Amateurbereich für Folgen haben könnte. Dort fehlen die Schutzmechanismen für den Unparteiischen. Dabei will ich nicht alle Amateurspieler über einen Kamm scheren, und ein ganz überwiegender Großteil der Spieler hat nicht nur eine Hemmung vor Gewaltausbrüchen. Nein, die meisten Spieler sind echte Sportsmänner, mit denen man auch auf dem Platz relativ gut umgehen kann. Die Gefahr, dass der dank dem Profibereich empfundene Normalzustand der Meckerkultur zu einem Gewaltexzess eskaliert, ist aber ungleich höher. Und wenn man durch das Durchbrechen dieser Meckerkultur nur einen Gewaltvorfall verhindert, ist schon einiges gewonnen. Und als Nebenwirkung hat man auch noch attraktiveren Fußball, weil sich die Spieler wieder auf ihren eigentlichen Job konzentrieren. Dann sieht man auch nur noch die echten Emotionen und nicht mehr die unsäglichen Choreografien.

Kommentar von Matthäus als Schlag ins Gesicht von Amateurschiedsrichtern

Besonders geärgert habe ich mich am Samstag über „Sky“-Experte Lothar Matthäus, den ich eigentlich sehr schätze – nicht nur, weil sein Heimatverein auch der Verein ist, für den ich als Schiedsrichter aktiv bin. Ich finde es schon fragwürdig, das Verhalten von Pléa mit Emotionen abzutun. Die Aussage, wir hätten doch ein System gehabt, das funktioniert, ist ein (erneuter) Schlag ins Gesicht aller Amateurschiedsrichter, die selbst schon Opfer von Gewalt wurden, und zeugt von einer bemerkenswerten Kurzsichtigkeit. Auch Kommentator Kai Dittmann zog die verschärften Reaktionen ins Lächerliche, indem er sarkastisch anmerkte, dass solche Gelb-Roten Karten offenbar sein müssten, damit sein Neffe sich am Sportplatz besser benehme. Nein, Herr Matthäus, wir hatten eben kein System, das funktionierte, sondern eine Meckerkultur, die in Form von Gewaltexzessen im Amateurbereich und manchmal auch bei den Profis eskalierte. Und ja, Herr Dittmann: Wenn Sie es scheinbar nicht schaffen, Ihrem Neffen auf dem Fußballplatz den notwendigen Respekt beizubringen, dann müssen die Profischiedsrichter entsprechend reagieren. Mit der Tatsache, dass die aktuelle Anweisung notwendig ist, ist niemand glücklich. Niemand möchte viele persönliche Strafen wegen Unsportlichkeiten sehen. Aber das konsequente Vorgehen ist nun einmal notwendig. Gewaltexzesse will man nämlich noch weniger sehen. Und dabei ist der Profibereich keine abgeschlossene Sphäre, in der das ja nicht (bzw. kaum) vorkommt, sondern im Gegenteil: Er ist die Bühne, steht im Rampenlicht und die Muse im Amateurbereich – sowohl im Positiven als auch im Negativen.

Profis müssen sich noch stärker disziplinieren – eine Forderung zwischen Hoffnung und Pessimismus

Genau deshalb muss hier ein Umdenken stattfinden. Die Spieler müssen lernen, Schiedsrichterentscheidungen zu akzeptieren. Die Disziplin, weder körperlich übergriffig zu werden noch (außenwirksam) zu beleidigen, haben sie bereits. Jetzt muss die Disziplin folgen, auf Meckereien zu verzichten und sonstige Unsportlichkeiten nur noch dann zu begehen, wenn es taktisch notwendig ist, z.B. um eine schnelle Spielfortsetzung zu verhindern. In der Utopie eines vollständig sportlichen Umgangs mit dem Spiel würden natürlich auch solche Unsportlichkeiten wegfallen. Realistisch betrachtet kann man aber fordern, dass die Spieler lernen, sich cleverer zu verhalten. Nürnbergs Michael Frey wäre gegen Sandhausen für sein ungeschicktes Foulspiel, das immer mal passieren kann, nicht vom Platz geflogen, hätte er in der ersten Halbzeit nicht eine völlig überflüssige Verwarnung wegen Meckerns gesehen – und dabei hatte er noch Glück, dass der Assistent den anschließenden höhnischen Daumen in seine Richtung nicht wahrgenommen hat, weil er gerade die Gelbe Karte notierte. Dass es zu diesem Lerneffekt noch ein langer Weg sein kann, konnte man aber am Dienstag im Pokal erahnen. Werders Niklas Moisander wurde vor eineinhalb Wochen wegen Beteiligung an einer und Auslösung einer anderen Rudelbildung in Düsseldorf von Dr. Felix Brych mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. In seinem nächsten Einsatz, im Pokalspiel gegen Dortmund, schubste er seinen Gegenspieler im laufenden Spiel vor die Brust und löste damit eine Rudelbildung aus. Dafür sah er zu Recht von Guido Winkmann die Gelbe Karte – zu Recht nur Gelb, weil es sich mangels hoher Intenstität nur um eine Unsportlichkeit und nicht um eine Tätlichkeit handelte. Und Werder hatte Glück, dass der Unparteiische die vorangegangene Aktion (vertretbar und clever!) als Schwalbe ahndete, sodass es keinen Strafstoß für den BVB, sondern indirekten Freistoß für die Grün-Weißen  gab. Der Lerneffekt der Gelb-Roten Karte war also nicht wirklich vorhanden. Vielleicht hätte der mögliche Strafstoß samt eventuell folgendem Ausscheiden aus dem Pokal mehr bewirkt, allerdings setzt das voraus, dass die Öffentlichkeit, der eigene Trainer oder zumindest Moisander selbst die Schuld beim Trainer und nicht beim Schiedsrichter sehen. Deshalb schließe ich mich Alex Feuerherdt von Collinas Erben und einem Zuruf an: „Kritisiert nicht Stieler, sondern Pléa!“

Zu Teil 1: Spieler vs. Referee – Der Kampf um die Macht auf dem Platz

Die perverse Verkehrung von Täter und Opfer

Bei der Frage nach dem Täter und dem Opfer kam es in der Öffentlichkeit im Fall Pléa zu einer schon perversen Verkehrung der Beteiligten. Pléa hatte gegen die Spielregeln verstoßen, indem er gegen die Entscheidungen von Stieler protestierte. Kurze Erinnerung: Nach Regel 12 ist sämtlicher Protest gegen Schiedsrichterentscheidungen zu verwarnen. Zweifacher (und damit Wiederholungs-)Täter in dieser Situation ist also der Gladbacher, Stieler ist dagegen das Opfer. In der Öffentlichkeit wurde aber aufgrund seiner regelkonformen Reaktion Stieler zum Täter, dem das Fingerspitzengefühl fehle, und Pléa zum Opfer des bösen, überharten Schiedsrichters. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Jeder Spieler, der protestiert – gerade außenwirksam –, setzt sich dem Risiko aus, dafür regelkonform sanktioniert zu werden. Bekommt er dann die entsprechende persönliche Strafe, ist das die Ahndung eines Fehlverhaltens. Reagiert der Schiedsrichter dagegen anders, hat der Täter Glück gehabt. Hierin steckt sicherlich ein Stückchen Willkür – das ist aber auch in Ordnung, denn der Schiedsrichter ist hier naturbedingt nicht nur Richter, sondern auch Opfer. Und jedes Opfer empfindet Vergehen gegen sich selbst als unterschiedlich schwerwiegend, sodass ihm eine andere Reaktion angemessen erscheint. Im deutschen Strafrecht unterliegt die Verfolgung verschiedener Delikte (z.B. der Beleidigung und des Hausfriedensbruchs) auch der Willkür des Opfers, ob dieses einen Strafantrag stellt oder nicht. Und wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, eine scharfe Ansprache reicht ihm, dann ist das auch keine Benachteiligung des anderen Teams, weil es bei persönlichen Strafen wegen Vergehen gegen den Schiedsrichter nur darum geht, das Fehlverhalten zu sanktionieren. Das ist eine Sache zwischen dem Spieler und dem Schiedsrichter. Die gegnerische Mannschaft ist nur der Nutznießer einer persönlichen Strafe, auf die diese aber keinen Anspruch hat.

Klare Außenwirksamkeit als wesentlicher Faktor

Dennoch: Wenn eine gewisse Grenze überschritten ist, insbesondere eine klare Außenwirksamkeit da ist, ist in meinen Augen eine persönliche Strafe erforderlich. Hier beschränkt sich die Wirkung der Aktion nämlich nicht auf den Spieler und den Schiedsrichter, sondern strahlt nach außen (deshalb ja „Außenwirksamkeit“) – und zwar über das konkrete Spiel und die betroffene Liga hinaus. Zur Verdeutlichung: Wenn ein Spieler zum Schiedsrichter ruhig sagt „Du Blinder siehst heute ja gar nichts“ und der Schiedsrichter antwortet „Du kannst heute auch keinen Ball stoppen“, dann bekommt das außer den beiden Beteiligten in der Regel niemand mit. Hier sind wir wieder bei der angesprochenen Sache zwischen dem Spieler und dem Schiedsrichter. Rennt der Spieler dagegen wild gestikulierend auf den Schiedsrichter zu und brüllt ihn dabei an, bekommt das jeder mit, egal ob auf dem Feld, im Stadion oder vor dem TV.

Auswirkungen des Profifußballs im Amateurbereich

Damit ist es eben keine Angelegenheit mehr zwischen den Beiden, sondern strahlt auf das Spiel, auf die Liga und in einem gewissen Umfang auch auf den ganzen deutschen Fußball aus. Deshalb ist hier eine Reaktion erforderlich. Dabei, wie diese Reaktion aussieht, hat der betroffene Schiedsrichter als primäres Opfer wieder einen gewissen Spielraum, wichtig ist aber für die Auswirkungen, dass der Schiedsrichter als Sieger aus dieser Konfrontation herausgeht. Dann wird nämlich die Botschaft ausgesendet: „Ein solches Verhalten wird nicht toleriert, Ihr könnt es Euch also sparen“. Verliert der Schiedsrichter dagegen die Konfrontation, wird vermittelt: „Das könnt Ihr ruhig machen, der/die Schiedsrichter macht/machen eh nichts dagegen“. Und genau das sehen auch die Sportler im Amateurbereich.

Dabei geht es natürlich nicht um eine einzelne Szene, die Eskalationen im Amateurbereich verhindern kann. Das kann nur das Durchbrechen der oben schon angesprochenen Meckerkultur, wofür man aber in jeder Einzelszene kämpfen muss. Die Spieler im Jugend- und Amateurbereich sehen ja im Profibereich, wenn der Schiedsrichter bei jeder Entscheidung umringt und mit Protesten überschüttet wird. Also halten sie so ein Verhalten für normal und ahmen es nach. Mir ist dabei ein eigenes Erlebnis prägend im Gedächtnis geblieben: Nach einem U15-Spiel habe ich einen Spieler, der bei jeder Entscheidung gegen sein Team bei mir vorstellig wurde, gefragt, warum er das denn mache und was er damit erreichen wolle. Nach einer kurzen Denkpause gestand der Spieler ein: „Keine Ahnung, aber die Profis machen das auch.“ Kurzum: Es wird als normal empfunden, wenn ein Schiedsrichter umringt und verbal angegangen wird, weil das im Profibereich ja gang und gäbe ist.

Fehlende Disziplin als verstärkender Faktor im Amateurbereich

Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Profi- und dem Amateurbereich, nämlich die naturgemäße Professionalisierung. Im Profibereich sind Gewaltexzesse nahezu ausgeschlossen. Zum einen sind die Spieler selbst diszipliniert und wissen genau, dass sie sich einen entsprechenden Ausbruch sportlich nicht leisten können und dieser auch erhebliche Auswirkungen auf ihre weitere Karriere samt massiver finanzieller Einbußen hätte. Zum anderen gibt es im Profibereich einen guten Ordnungsdienst, der den Schiedsrichter notfalls vor dem Schlimmsten schützen kann – und zur Not ist die Polizei auch noch da. Doch trotz allem ist es auch im Profibereich nur nahezu und nicht vollständig ausgeschlossen, dass Schiedsrichter Opfer tätlicher Angriffe werden. Beispiele gefällig? Auch wenn es lang her ist: Bei der Partie St. Pauli gegen Schalke wurde Assistent Thorsten Schiffner von einem Hartplastikbecher getroffen. Beim Vorbereitungsspiel zwischen Düsseldorf und Benfica Lissabon schubste Luisao Schiedsrichter Christian Fischer, sodass dieser kurz bewusstlos war und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. Und die Eskalationen beim und vor allem nach dem Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und der Hertha haben wir wohl noch alle im Kopf.

Wenn schon im Profibereich solche Eskalationen nicht vollständig verhindert werden können, braucht es nicht viel Fantasie, sich auszumalen, was das im Amateurbereich für Folgen haben könnte. Dort fehlen die Schutzmechanismen für den Unparteiischen. Dabei will ich nicht alle Amateurspieler über einen Kamm scheren, und ein ganz überwiegender Großteil der Spieler hat nicht nur eine Hemmung vor Gewaltausbrüchen. Nein, die meisten Spieler sind echte Sportsmänner, mit denen man auch auf dem Platz relativ gut umgehen kann. Die Gefahr, dass der dank dem Profibereich empfundene Normalzustand der Meckerkultur zu einem Gewaltexzess eskaliert, ist aber ungleich höher. Und wenn man durch das Durchbrechen dieser Meckerkultur nur einen Gewaltvorfall verhindert, ist schon einiges gewonnen. Und als Nebenwirkung hat man auch noch attraktiveren Fußball, weil sich die Spieler wieder auf ihren eigentlichen Job konzentrieren. Dann sieht man auch nur noch die echten Emotionen und nicht mehr die unsäglichen Choreografien.

Kommentar von Matthäus als Schlag ins Gesicht von Amateurschiedsrichtern

Besonders geärgert habe ich mich am Samstag über „Sky“-Experte Lothar Matthäus, den ich eigentlich sehr schätze – nicht nur, weil sein Heimatverein auch der Verein ist, für den ich als Schiedsrichter aktiv bin. Ich finde es schon fragwürdig, das Verhalten von Pléa mit Emotionen abzutun. Die Aussage, wir hätten doch ein System gehabt, das funktioniert, ist ein (erneuter) Schlag ins Gesicht aller Amateurschiedsrichter, die selbst schon Opfer von Gewalt wurden, und zeugt von einer bemerkenswerten Kurzsichtigkeit. Auch Kommentator Kai Dittmann zog die verschärften Reaktionen ins Lächerliche, indem er sarkastisch anmerkte, dass solche Gelb-Roten Karten offenbar sein müssten, damit sein Neffe sich am Sportplatz besser benehme. Nein, Herr Matthäus, wir hatten eben kein System, das funktionierte, sondern eine Meckerkultur, die in Form von Gewaltexzessen im Amateurbereich und manchmal auch bei den Profis eskalierte. Und ja, Herr Dittmann: Wenn Sie es scheinbar nicht schaffen, Ihrem Neffen auf dem Fußballplatz den notwendigen Respekt beizubringen, dann müssen die Profischiedsrichter entsprechend reagieren. Mit der Tatsache, dass die aktuelle Anweisung notwendig ist, ist niemand glücklich. Niemand möchte viele persönliche Strafen wegen Unsportlichkeiten sehen. Aber das konsequente Vorgehen ist nun einmal notwendig. Gewaltexzesse will man nämlich noch weniger sehen. Und dabei ist der Profibereich keine abgeschlossene Sphäre, in der das ja nicht (bzw. kaum) vorkommt, sondern im Gegenteil: Er ist die Bühne, steht im Rampenlicht und die Muse im Amateurbereich – sowohl im Positiven als auch im Negativen.

Profis müssen sich noch stärker disziplinieren – eine Forderung zwischen Hoffnung und Pessimismus

Genau deshalb muss hier ein Umdenken stattfinden. Die Spieler müssen lernen, Schiedsrichterentscheidungen zu akzeptieren. Die Disziplin, weder körperlich übergriffig zu werden noch (außenwirksam) zu beleidigen, haben sie bereits. Jetzt muss die Disziplin folgen, auf Meckereien zu verzichten und sonstige Unsportlichkeiten nur noch dann zu begehen, wenn es taktisch notwendig ist, z.B. um eine schnelle Spielfortsetzung zu verhindern. In der Utopie eines vollständig sportlichen Umgangs mit dem Spiel würden natürlich auch solche Unsportlichkeiten wegfallen. Realistisch betrachtet kann man aber fordern, dass die Spieler lernen, sich cleverer zu verhalten. Nürnbergs Michael Frey wäre gegen Sandhausen für sein ungeschicktes Foulspiel, das immer mal passieren kann, nicht vom Platz geflogen, hätte er in der ersten Halbzeit nicht eine völlig überflüssige Verwarnung wegen Meckerns gesehen – und dabei hatte er noch Glück, dass der Assistent den anschließenden höhnischen Daumen in seine Richtung nicht wahrgenommen hat, weil er gerade die Gelbe Karte notierte. Dass es zu diesem Lerneffekt noch ein langer Weg sein kann, konnte man aber am Dienstag im Pokal erahnen. Werders Niklas Moisander wurde vor eineinhalb Wochen wegen Beteiligung an einer und Auslösung einer anderen Rudelbildung in Düsseldorf von Dr. Felix Brych mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. In seinem nächsten Einsatz, im Pokalspiel gegen Dortmund, schubste er seinen Gegenspieler im laufenden Spiel vor die Brust und löste damit eine Rudelbildung aus. Dafür sah er zu Recht von Guido Winkmann die Gelbe Karte – zu Recht nur Gelb, weil es sich mangels hoher Intenstität nur um eine Unsportlichkeit und nicht um eine Tätlichkeit handelte. Und Werder hatte Glück, dass der Unparteiische die vorangegangene Aktion (vertretbar und clever!) als Schwalbe ahndete, sodass es keinen Strafstoß für den BVB, sondern indirekten Freistoß für die Grün-Weißen  gab. Der Lerneffekt der Gelb-Roten Karte war also nicht wirklich vorhanden. Vielleicht hätte der mögliche Strafstoß samt eventuell folgendem Ausscheiden aus dem Pokal mehr bewirkt, allerdings setzt das voraus, dass die Öffentlichkeit, der eigene Trainer oder zumindest Moisander selbst die Schuld beim Trainer und nicht beim Schiedsrichter sehen. Deshalb schließe ich mich Alex Feuerherdt von Collinas Erben und einem Zuruf an: „Kritisiert nicht Stieler, sondern Pléa!“

16.02.2020 02:36


CobraCommander


VfL Wolfsburg-FanVfL Wolfsburg-Fan


Mitglied seit: 02.05.2015

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Beiträge: 133

@toni21

Zitat von toni21
Zitat von CobraCommander
Auch wenn einiges Wahres hier drin ist.
Die Vergleiche Richtung Strafrecht sind komplett daneben:
1. Ein Opfer ist niemals auch Richter in eigener Sache die Gründe dafür dürften klar sein. Ein Schiedsrichter tritt aber hier als Rächer in eigener Sache auf. Das wird sogar gefordert (= immer Sieger sein). Im regulären Recht wäre das Vigilantentum bzw. Selbstjustiz. Eine Straftat.
2. Im Strafrecht kann ein tatbegünstigendes Verhalten des Opfers sich bis zum Entfall der Strafe auswirken.Dies wäre dann spannend, wenn tatsächlich eine Fehlentscheidung gerügt wird.
3. Beispiele absoluter Antragsdelikte stellen eine deutliche, seltene Ausnahme dar. Aber auch da entscheidet das Opfer nur, ob es das verfolgt sehen möchte, weder über Eröffnung, noch Verurteilung noch Strafmaß.


zu 1.solche Fälle gibt es schon. Im Strafrecht z.B. wenn man in einer Verhandlung den Richter beleidigt bekommt man von diesem dann auch gleich eine Strafe aufgebrummt.
Oder wenn man bei einer Veranstaltung die Security angeht wird man auch von der Veranstaltung ausgeschlossen.
zu 2. auch da passt es nicht ganz. Wenn man die zu einem Streit gerufene Polizei angeht, dann gibt es auch keine Strafmilderung, nur weil die Polizei möglicherweise Opfer und Täter nicht sicher bestimmt hat.
zu 3. Ausnahmen sind das aber nun wirklich nicht. Denke da nur an sexuelle Belästigungen oder Mobbing. 

1. Ordnungsgelder sind keine Strafen im Rechtssinn sondern sollen die Ordnung aufrechterhalten. Für eine Beleidigung würde einfach ein weiteres Verfahren folgen. Im Übrigen sind diese Ordnungsmaßnahmen meist per Rechtsmittel angreifbar. Kommt dann als Motiv Willkür oder Schlamperei des Richters heraus oder, schlimmer, versuchte der Richter, mit diesem Knüppel von einem eigenen Fehler abzulenken, sind wir ziemlich schnell bei Rechtsbeugung und/oder Verfolgung Unschuldiger. Beides kann den Richter ggf. den Job kosten.
2. Der Schiedsrichter ist in diesem Fall nicht die "neutrale" Polizei sondern Streitpartei. Er ist kein Neutraler, der sich wegen fehlender Vorkenntnisse irrt. Ob die Umstände die Schuld mindern oder sogar aufheben, hängt dann vom Einzelfall ab. Man kann in beide Richtung beliebige Konstellationen konstruieren. Den von Dir behaupteten Automatismus gibt es so nicht.
3. Mobbing ist kein Straftatbestand, auch wenn es möglich ist, dabei welche zu "treffen", z.B. üble Nachrede oder Körperverletzung. Sexuelle Belästigung nach §184i ist einer der zehn Tatbestände (von §184 - 184j) innerhalb dieses Paragrafen allein und da nicht einmal einer der Umfangreichsten. 1 von 10 definiere ich nicht als Regelfall, da finde ich Ausnahme angemessener. 


Berlin 30.05.2015 - The few. The proud!


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12.02.2020 19:54


ArchieGreen


Preußen Münster-FanPreußen Münster-Fan


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@rolli

Zitat von rolli
Ich sage es mal plakativ, vielleicht fällt dann der Groschen, was @Funkemarieche meint, denn so simpel, wie Du argumentierst, hat er nicht geschrieben:
Nach den Regeln und den verabredeten Verschärfungen war hier eine zweite gelbe Karte möglich. Sie war aber nach Spielsituation, Spielverlauf und Spielleitung bis zu diesem Zeitpunkt nicht angebracht. Das steht in der Kritik. Du mußt das ja nicht übernehmen, Du kannst aber durchaus versuchen, die Argumentation hierzu zu würdigen.

Schau Dir einfach mal an, wie oft Stieler das Spiel unterbrochen hat, um auf Meckerei mit gelb zu reagieren und dazu, wie oft er die Gelegenheit gehabt hätte. Und in diesem Kontext dann, wie schnell in Folge die zweite Gelbe gezogen wird. Genau in dem Moment, in dem Plea mit seinem Geschimpfe aufhört. Schau dann nochmal, wie die Außenwirksamkeit der Meckerei Pleas gewesen wäre, hätte Stieler ihn ignoriert, und wie Stielers Gebaren darauf ausgerichtet ist, eine Außenwirksamkeit zu erzielen, dann verstehst Du vielleicht, was Funkemariesche hierzu schreibt..


Dem kann ich mich nur anschliessen. Zudem möchte ich nochmal betonen das Kritik an einem Schiedsrichter nicht grundsätzlich als respektlos bewertet werden sollte. Auch für den Schiedsrichter würde es sich gehören, seine Entscheidungen entsprechend kritisch zu hinterfragen und nicht dem Spieler zu drücken, er solle die Gelbe Karte wie ein Mann tragen. Und das in einer Situation in welcher sich der Spieler schon deutlich abgeregt hat.

Zum Thema Konsequenz, die hat Stieler dann auch bei Wolfsburg gegen Düsseldorf vermissen lassen. Bei der Rudelbildung nach der Roten Karte mit bedrängen von Stieler und dem Wegdrücken an der Schulter sah er von Gelb ab.


VAR abschaffen - sofort!


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12.02.2020 19:28


harrisking


RB Leipzig-FanRB Leipzig-Fan


Mitglied seit: 06.11.2016

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Beiträge: 964

@Funkemariesche

Zitat von Funkemariesche
Zitat von harrisking
Der einzige Vorwurf, den Stieler sich machen lassen muss, ist in diesem Spiel vorher hier und da etwas zu großzügig gewesen zu sein.

Zitat von harrisking
Es ist auch Teil des Geschäfts, dass sich die Spieler der Linie des SR anpassen, nicht umgekehrt.

Dir ist nicht klar, dass du dir selber widersprichst?


Nein, das ist kein Widerspruch. Auch die SR brauchen etwas Zeit, sich an die neue Linie zu gewöhnen, dass Stieler vorher nicht auf jedes Reklamieren sofort mit einer Verwarnung reagiert, ist erklärbar. Nicht erklärbar ist aber, warum ein Spieler sich - mal ab vom generellen Fehlen von Respekt in dieser Szene - trotz der neuen Anweisungen derart aufregt. Da ist das Fass, das vorher möglicherweise ein paar mal fast voll war, dann eben übergeschwappt, und es gab gelb. Wer sich nach einer gelben Karte nicht sofort auf die Zunge beisst, bekommt die Quittung. Plea hat nicht abgelassen, die Strafe folgte auf dem Fuße. Dass Stieler ihm die Karte in dem Moment zeigt, da Plea endlich ruhig ist - geschenkt. Nach der Verwarnung hat Ruhe zu sein.

Konsequenterweise - da gebe ich dir absolut recht, hätte das anschließende Rudel eine Vielzahl an Verwarnungen statt nur einer nach sich ziehen können, vielleicht müssen. Vermutlich hätten geneigte Fans und Kommentatoren anschließend aber davon gesprochen, dass Stieler auf dem Feld Amok läuft. 

Zweierlei Maß kann ich übrigens genausowenig entdecken, wie die Behauptung, Stieler hätte das Spiel entschieden, irgendwie belegbar wäre. RB war zu jenem Zeitpunkt auch so im Spiel, dafür hatte Herr Sommer zuvor gesorgt.

Dass Werner spät, Schick gar nicht gelb bekommt, bei Entscheidungen, bei denen es um Abstoß oder Ecke geht, hab ich andernorts schon ansatzweise erklärt, im Gegensatz zur Zweikampfbewertung bei Plea/Sabitzer hatte Stieler hier schwarz/weiss zu entscheiden - wenn er dort selbst nicht ganz sicher ist, wird er kaum zur Verwarnung wegen einer Reklamation greifen. Und gerade bei Schick war diese Unsicherheit am langen Zögern klar ersichtlich, die Entscheidung letzten Endes mE auch falsch, mithin die Erregung verständlich, wennauch in ihrer Art unangebracht.

Aber sicher wäre diese Karte ohne Spielunterbrechung gezeigt worden. Schließlich hat Stieler das Spiel kurz nach dem Ballgewinn für Leipzig unterbrochen. Der Spielfluss muss hier vorgehen. Wäre Stieler in einer Spielunterbrechung ruhig und erklärend auf Plea zugegangen, um ihm Gelb zu zeigen, gäbe es diese Diskussionen nicht.


Damit hast du möglicherweise Recht. Das wäre dann aber nicht Ursache-Wirkung, sondern Wirkung-weiterführende Wirkung. Die Ursache ist und bleibt Plea. Wäre Plea nach der Verwarnung runter gefahren, hätten wir die Diskussion nicht. Der Spieler ist hier nach wie vor der Verursacher aller weiteren Handlungen.

Womit wir bei folgendem wären:

Auch, wenn es sich abgedroschen anhört: Respekt ist keine Einbahnstraße. Wie wenig Respekt Stieler vor den Spielern hat, konnte man in der Situation mit Plea sehen und besonders gut im Interview danach erleben. Auch wenn du Kommunikationsfähigkeit kleinreden willst: Das ist eine zentrale Fähigkeit, die Schiedsrichter haben müssen. Wer mit Menschen arbeitet, muss darüber verfügen. Das ist genauso wichtig wie Regelkenntnis und sportliche Fitness. Das Ziel ist eine möglichst ruhige, regelgerechte, faire und unauffällige Spielleitung. Mangelnde Kommunikationsfähigkeit hat zur Eskalation geführt, die Regeln wurden nicht ansatzweise konsequent angewandt (fair war es also nicht) und Stieler stand folgerichtig im Mittelpunkt.


Stieler ist einer der kommunikativsten SR in der Bundesliga. Du hast die Doku über Aytekin sicher gesehen. Dort läuft so viel Kommunikation, die wir auf den Rängen und am TV nicht mitbekommen - woher willst du wissen, was in den 62 Minuten zuvor auf dem Feld zwischen Stieler und den Spielern gesprochen wurde, ehe es zu dieser Szene kam. Spielt das eventuell hier mit rein??

Auch ich fand seine Aussage im Nachgang überhaupt nicht gut, glaube aber nicht, dass er hier einen Geltungsdrang befriedigen wollte oder seiner Egozentrik fröhnte. Er hat einfach noch ne Spitze losgelassen, weil ihn das ganze sicher auch frustriert hat. Das macht ihn menschlich. Auch SR sind bei weitem nicht unfehlbar, und Stieler hatte sicher keinen Sahne-Tag. Was aber anschließend auf ihn eingeprasselt ist, hat mit Respekt für ihn und seine Kollegen überhaupt gar nix mehr zu tun.


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31.03.2020 15:01 Uhr | Quelle: WahreTabelle Rekordschiedsrichter: Keiner war bisher jünger als Kempter

Auch Miterfinder der Karten Kreitlein hält einen Rekord in der Bundesliga

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Schiedsrichter Michael Kempter stellte am 26. August 2006 in der Partie VfL Bochum gegen Energie Cottbus einen Rekord in der Bundesliga auf. Mit 23 Jahren, 6 Monaten und 29 Tagen ist er bis heute der jüngste Schiedsrichter im deutschen Oberhaus. Im September 2004 stieg er mit 21 Jahren, 7 Monaten, und 25 Tagen bereits zum jüngsten der 2. Bundesliga auf, dieser Rekord wurde 2008 aber gebrochen. Mit 20 Jahren, 5 Monaten, und 17 Tagen war ausgerechnet Kempters Bruder Robert rund ein Jahr jünger bei seinem Debüt. Während diese Rekorde in Zukunft noch von jüngeren Schiedsrichtern gebrochen werden könnten, ist der des ehemaligen Schiedsrichters Rudolf Kreitlein bis auf weiteres in Stein gemeißelt. Als angeblicher Miterfinder der ...

30.03.2020 17:37 Uhr | Quelle: WahreTabelle Phantomtore in der Bundesliga

Økland erhielt für seine Ehrlichkeit sogar eine Fair-Play-Plakette

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In der Bundesligahistorie gab es bis heute vier Phantomtore – also Tore, die vom Schiedsrichter fälschlicherweise anerkannt wurden, obwohl der Ball nicht im Tor war. Das erste Phantomtor „erzielte“ der Dortmunder Reinhold Wosab am 27. März 1965. Im Spiel von Borussia Dortmund gegen den Karlsruher SC gelang der Ball durch das Außennetz ins Tor zum 4:1 für Dortmund. Am Ende gewann der BVB mit 5:1 und das Tor blieb bestehen, auch eine Wiederholung des Spiels gab es nicht. Ebenfalls ohne Folgen blieb das Phantomtor von Leverkusens Stefan Kießling in der Partie am 18. Oktober 2013 gegen 1899 Hoffenheim. Dabei flog ein Kopfball des Stürmers durch ein Loch in der Seite des Netzes und landete zum 2:0 im Tor. Schiedsrichter Dr. Felix...

29.03.2020 16:18 Uhr | Quelle: WahreTabelle Regelmythen: Der Torwart darf den Ball nur sechs Sekunden festhalten

Ursprünglich kommt die Bestimmung aus den 1980er-Jahren

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Im Regelwerk des International Football Association Board (IFAB) steht geschrieben, dass es einen indirekten Freistoß gibt, wenn der Torhüter den Ball „mehr als sechs Sekunden lang mit der Hand/dem Arm kontrolliert, bevor er ihn freigibt“: Aber warum hält sich kaum ein Torwart an diese Regel? Das liegt am Ursprung der Regelung. Während der Weltmeisterschaft 1982 durften die Torhüter den Ball zum Teil sehr lang in der Hand behalten und sogar ablegen, nur um ihn danach erneut in die Hand zu nehmen. Das IFAB beschloss in den Jahren darauf, das Spiel zu beschleunigen und legte dafür die Sechs-Sekunden-Regel fest. Ohne feste Zeit, hätte sich vermutlich nichts an der Spielweise geändert. Heute wird den Schiedsrichtern beig...

28.03.2020 17:09 Uhr | Quelle: WahreTabelle Regelhistorie: Gelbe und Rote Karten im Fußball

Ihren Ursprung haben die Karten bei einem WM-Spiel 1966

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Der ehemalige deutsche Schiedsrichter Rudolf Kreitlein gilt gemeinsam mit dem Engländer Ken Aston als Erfinder der Gelben und Roten Karten. Kreitlein leitete bei der Weltmeisterschaft 1966 das Viertelfinale zwischen Gastgeber England und Argentinien. Während der aggressiv geführten Partie stellte Kreitlein in der 35. Minute Argentiniens Kapitän Antonio Rattin vom Platz, dieser war ihm hinterhergelaufen und schrie ihn auf Spanisch an, was Kreitlein als Beleidigung auffasste. Tatsächlich wollte Rattin, der weder Deutsch noch Englisch sprechen konnte, lediglich einen Dolmetscher anfordern, um sich mit Kreitlein zu unterhalten. Er weigerte sich deshalb den Platz zu verlassen und sorgte damit für eine fast zehnminütige Unterbrechung. Die retten...

27.03.2020 12:47 Uhr | Quelle: WahreTabelle Regelmythen: Im Fünfmeterraum ist der Torwart geschützt

Bereits seit 2012 existiert die Regel nicht mehr

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In der Bundesliga haben die Torhüter im Fünfmeterraum lange einen Sonderstatus genossen. Rempler von Gegenspielern gegen den Torwart wurden konsequent abgepfiffen. In der Saison 2012/ 2013 wurde diese Regel allerdings geändert. Seitdem sollen Schiedsrichter Zweikämpfe zwischen Feldspielern und Torhütern im Fünfmeterraum genauso bewerten wie einen normalen Zweikampf im Mittelkreis. Das führte dazu, dass nicht mehr jeder Körperkontakt abgepfiffen wurde. Der Mythos des unantastbaren Torhüters im eigenen Fünfer hält sich bei einigen Fans und Spielern aber bis heute. Übrigens: Die Regel war ohnehin eine deutsche Sonderregel, die der DFB 2012 eigenmächtig abgeschafft hat. Im offiziellen Fußballregelw...