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10.10.2019 18:04 Uhr | Quelle: WahreTabelle

Schiedsrichterball: Arbiter non calculat

Warum in Frankfurt aus einer Ecke ein indirekter Freistoß wurde

Johannes Gründel
Johannes Gründel
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Quelle: imago images
Guido Winkmann korrigierte am Wochenende eine Ecke mit Hilfe des VAR

Johannes Gründel
Johannes Gründel

Mittlerweile hat man sich dran gewöhnt: Der Videoassistent greift nicht bei jeder vermeintlichen Fehlentscheidung ein, sondern nur in vier besonders geregelten Fällen: Wenn ein Strafstoß in Betracht kommt, ein Tor gefallen ist, eine glattrote Karte denkbar ist oder eine Spielerverwechselung vorliegt.

Umso mehr verwunderte auf den ersten Blick eine Situation in der 51. Minute des Spiels zwischen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen am Sonntag. Dort wurde auf dem Feld auf Eckstoß für Frankfurt entschieden. Nach einem On-Field-Review revidierte Schiedsrichter Guido Winkmann diese Entscheidung aber und gab indirekten Freistoß für Werder Bremen, da sich Frankfurts Goncalo Paciencia im Abseits befunden hatte.

Greift nun der Videoassistent auch bei Eckstößen ein? Grundsätzlich tut er das nicht. Die Besonderheit dieser Szene liegt darin begründet, was zwischen dem Abseits und der Eckstoßentscheidung passierte: In dieser Zeit wurde Paciencia nämlich von Bremens Milos Veljkovic mit den Armen beackert. An dieser Stelle greift damit die Fallgruppe des in Betracht kommenden Strafstoßes. Bei einem nicht gegebenen Strafstoß wird aber nicht nur das vermeintliche Foul überprüft, sondern die komplette Situation – genau wie ein gegebener Strafstoß zurückgenommen wird, wenn in der Entstehung ein Regelverstoß vorlag.

Die übliche Vorgehensweise ist dabei, zunächst das vermeintliche Foul und anschließend die Entstehung zu überprüfen. Hierbei geht es um eine möglichst effiziente Nutzung des Videoassistenten, da die Entstehung der Szene auch in der Zeit überprüft werden kann, in der der Schiedsrichter zur On-Field-Review geht bzw. diese vornimmt. So ist es wohl auch hier geschehen. Da beim Armeinsatz vieles für einen Strafstoß sprach, wurde Winkmann in die Review Area geschickt. In dem Moment, in dem der Schiedsrichter sich die Situation selbst anschaut, muss am Ende aber die richtige Entscheidung rauskommen. Man kann hier also nicht sagen, dass sich zwei Fehlentscheidungen wie in der Mathematik gegenseitig aufheben („Minus mal Minus gibt Plus“). Zwei Fehlentscheidungen sind einfach zwei Fehlentscheidungen und sollten im Optimalfall beide vermieden werden. Ein Schiedsrichter rechnet nicht, sondern entscheidet.

Das IFAB-Protokoll regelt einen solchen Fall explizit (im englischen Original auf der Twitterseite von Collinas Erben zu sehen). Für den Fall, dass der Schiedsrichter sowohl einen Strafstoß als auch ein vorheriges Abseits (oder Offensivhandspiel) übersieht, hält das Protokoll zunächst fest, dass diese Situation nicht einfach ist. Allerdings sollte der Schiedsrichter in der nächsten Spielsituation über beide Situationen informiert werden, damit er das Spiel besser managen und unnötige Kritik nach dem Spiel vermeiden kann. Hier soll der Schiedsrichter, abhängig davon, wie klar der übersehene Strafstoß war, zwei Optionen haben. Zum einen kann er in die Review Area gehen, obwohl er weiß, dass kein Strafstoß, sondern ein Freistoß für das verteidigende Team herauskommen wird. Da sei dann alles für jeden klar. Zum anderen kann der Schiedsrichter auch den Kapitän des Teams, das den Strafstoß bekommen hätte, über den vorherigen Regelverstoß informieren. In diesem Fall würde der vierte Offizielle den Trainer und „irgendjemand im Video Operation Room“ die Fernsehanstalten informieren. Das Gespann um Guido Winkmann hat sich hier für die erste Alternative entschieden. Das ist im Sinne der Transparenz und der Gerechtigkeit (Am Ende steht die richtige Entscheidung!) auch gut so. Einziger Wermutstropfen: Das Spiel wird dadurch etwas verzögert, was durch die Nachspielzeit jedoch gut kompensiert werden kann. Daher ist die transparentere und richtige Entscheidung auch in der Regel die bessere Wahl. Man stelle sich nur vor, auf die Ecke hin fällt ein Tor. Das Geschrei wäre groß…

Mittlerweile hat man sich dran gewöhnt: Der Videoassistent greift nicht bei jeder vermeintlichen Fehlentscheidung ein, sondern nur in vier besonders geregelten Fällen: Wenn ein Strafstoß in Betracht kommt, ein Tor gefallen ist, eine glattrote Karte denkbar ist oder eine Spielerverwechselung vorliegt.

Umso mehr verwunderte auf den ersten Blick eine Situation in der 51. Minute des Spiels zwischen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen am Sonntag. Dort wurde auf dem Feld auf Eckstoß für Frankfurt entschieden. Nach einem On-Field-Review revidierte Schiedsrichter Guido Winkmann diese Entscheidung aber und gab indirekten Freistoß für Werder Bremen, da sich Frankfurts Goncalo Paciencia im Abseits befunden hatte.

Greift nun der Videoassistent auch bei Eckstößen ein? Grundsätzlich tut er das nicht. Die Besonderheit dieser Szene liegt darin begründet, was zwischen dem Abseits und der Eckstoßentscheidung passierte: In dieser Zeit wurde Paciencia nämlich von Bremens Milos Veljkovic mit den Armen beackert. An dieser Stelle greift damit die Fallgruppe des in Betracht kommenden Strafstoßes. Bei einem nicht gegebenen Strafstoß wird aber nicht nur das vermeintliche Foul überprüft, sondern die komplette Situation – genau wie ein gegebener Strafstoß zurückgenommen wird, wenn in der Entstehung ein Regelverstoß vorlag.

Die übliche Vorgehensweise ist dabei, zunächst das vermeintliche Foul und anschließend die Entstehung zu überprüfen. Hierbei geht es um eine möglichst effiziente Nutzung des Videoassistenten, da die Entstehung der Szene auch in der Zeit überprüft werden kann, in der der Schiedsrichter zur On-Field-Review geht bzw. diese vornimmt. So ist es wohl auch hier geschehen. Da beim Armeinsatz vieles für einen Strafstoß sprach, wurde Winkmann in die Review Area geschickt. In dem Moment, in dem der Schiedsrichter sich die Situation selbst anschaut, muss am Ende aber die richtige Entscheidung rauskommen. Man kann hier also nicht sagen, dass sich zwei Fehlentscheidungen wie in der Mathematik gegenseitig aufheben („Minus mal Minus gibt Plus“). Zwei Fehlentscheidungen sind einfach zwei Fehlentscheidungen und sollten im Optimalfall beide vermieden werden. Ein Schiedsrichter rechnet nicht, sondern entscheidet.

Das IFAB-Protokoll regelt einen solchen Fall explizit (im englischen Original auf der Twitterseite von Collinas Erben zu sehen). Für den Fall, dass der Schiedsrichter sowohl einen Strafstoß als auch ein vorheriges Abseits (oder Offensivhandspiel) übersieht, hält das Protokoll zunächst fest, dass diese Situation nicht einfach ist. Allerdings sollte der Schiedsrichter in der nächsten Spielsituation über beide Situationen informiert werden, damit er das Spiel besser managen und unnötige Kritik nach dem Spiel vermeiden kann. Hier soll der Schiedsrichter, abhängig davon, wie klar der übersehene Strafstoß war, zwei Optionen haben. Zum einen kann er in die Review Area gehen, obwohl er weiß, dass kein Strafstoß, sondern ein Freistoß für das verteidigende Team herauskommen wird. Da sei dann alles für jeden klar. Zum anderen kann der Schiedsrichter auch den Kapitän des Teams, das den Strafstoß bekommen hätte, über den vorherigen Regelverstoß informieren. In diesem Fall würde der vierte Offizielle den Trainer und „irgendjemand im Video Operation Room“ die Fernsehanstalten informieren. Das Gespann um Guido Winkmann hat sich hier für die erste Alternative entschieden. Das ist im Sinne der Transparenz und der Gerechtigkeit (Am Ende steht die richtige Entscheidung!) auch gut so. Einziger Wermutstropfen: Das Spiel wird dadurch etwas verzögert, was durch die Nachspielzeit jedoch gut kompensiert werden kann. Daher ist die transparentere und richtige Entscheidung auch in der Regel die bessere Wahl. Man stelle sich nur vor, auf die Ecke hin fällt ein Tor. Das Geschrei wäre groß…

Diese News betrifft folgende Spiele:




Diese News betrifft folgende Schiedsrichter:

Guido Winkmann Name : Guido Winkmann
Geburtsdatum: 27.11.1973
Ort: Kerken

Diese News betrifft folgende Schiedsrichter:

Guido Winkmann
Name : Guido Winkmann
Geburtsdatum: 27.11.1973
Ort: Kerken

21.10.2019 12:13


AllesZufall


Eintr. Frankfurt-FanEintr. Frankfurt-Fan


Mitglied seit: 17.02.2019

Aktivität:
Beiträge: 933

@toni21

Zitat von toni21
Zitat von AllesZufall

Warum dafür aber der SR an den Monitor soll, obwohl der VAR weiß, dass es abseits ist, ist völlig unlogisch. Und es ist eben diese Scharade, die nichts transparenter und gerechter macht. 


Das ist doch ganz einfach: Der VAR hat etwas gesehen, was dem SR nicht aufgefallen ist. Es ist dann aber trotzdem nicht eindeutig Strafstoß. Deswegen wurde der SR an den Monitor gebeten.
Jetzt kommt es auf die Entscheidung des SR an.
Sagt er Strafstoß, dann ist durch den VAR auf die mögliche Abseitsstellung vorher zu überprüfen. Hier wurde dann Abseits erkannt und entsprechend geahndet. 
Sagt er aber kein Strafstoß, so gibt es auch keinen Anlaß auf Abseits zu prüfen. Dann würde mit Ecke fortgesetzt.


Die Sache ist tatsächlich ganz einfach, aber nicht mit diesem Theater, sondern: "Da ist eine Szene bezüglich 11er, die du vielleicht falsch gesehen hast. Da würde ich dich eigentlich an den Schirm schicken. Wäre aber ohnehin abseits, daher Freistoß für Bremen, ganz egal zu welcher Entscheidung du kommen würdest."


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21.10.2019 11:17


toni21


Eintr. Frankfurt-FanEintr. Frankfurt-Fan


Mitglied seit: 14.12.2009

Aktivität:
Beiträge: 897

@AllesZufall

Zitat von AllesZufall

Warum dafür aber der SR an den Monitor soll, obwohl der VAR weiß, dass es abseits ist, ist völlig unlogisch. Und es ist eben diese Scharade, die nichts transparenter und gerechter macht. 


Das ist doch ganz einfach: Der VAR hat etwas gesehen, was dem SR nicht aufgefallen ist. Es ist dann aber trotzdem nicht eindeutig Strafstoß. Deswegen wurde der SR an den Monitor gebeten.
Jetzt kommt es auf die Entscheidung des SR an.
Sagt er Strafstoß, dann ist durch den VAR auf die mögliche Abseitsstellung vorher zu überprüfen. Hier wurde dann Abseits erkannt und entsprechend geahndet. 
Sagt er aber kein Strafstoß, so gibt es auch keinen Anlaß auf Abseits zu prüfen. Dann würde mit Ecke fortgesetzt.


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18.10.2019 13:42


rolli


Bayer Leverkusen-FanBayer Leverkusen-Fan


Mitglied seit: 13.12.2014

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Beiträge: 3553

@AllesZufall

Zitat von AllesZufall
Habe keine Lust es erneut zu erklären, nur nochmal soviel: er überstimmt ihn beim 11er, nicht nur beim abseits
Was jetzt, wo jetzt, wie jetzt? In dieser Szene? Allgemein? Du kennst die Kommunkiation zwischen beiden? Es gibt ein geheimes Zusatzprotokoll zum IFAB-Protokoll?

Logisch geht einer Entscheidung, ob Elfer oder nicht, die Frage, ob diese Entscheidung überhaupt getroffen werden muß, voraus. Diese Frage wurde negativ beschieden, weil Paciencia im Abseits war. Erklär dann mal, wie der VAR dann bei der nicht getroffenen weiteren Entscheidung den SR überstimmt hat. Bin ich wirklich gespannt drauf.

 


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