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17.09.2021 21:13 Uhr | Quelle: WahreTabelle

Schiedsrichterball: Wenn der Schiri anfängt mitzuspielen

Was passiert, wenn der Unparteiische den Ball in die Spitze bringt?

Johannes Gründel
Johannes Gründel
Dr. Matthias Jöllenbeck
Quelle: imago images
Dr. Matthias Jöllenbeck in VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt.

Johannes Gründel
Johannes Gründel

Schiedsrichter sind Schiedsrichter, weil sie zu schlecht sind, um Spieler zu sein. So lautet ein weit verbreitetes Klischee, gerne einmal in Kombination mit Spekulationen zu ihrem Mitspracherecht zu Hause. Auch wenn gerade der erste Teil bei einigen Schiedsrichtern (inkl. dem Kolumnisten) nicht von der Hand zu weisen ist, stimmt der Satz in dieser Pauschalität natürlich nicht. Umso erstaunter sind Spieler, Trainer und Zuschauer, wenn ein Schiedsrichter in Spielunterbrechungen oder beim Aufwärmen eine kurze Kostprobe seiner technischen Fähigkeiten zeigt.

Dagegen kommt es selten vor, dass ein Unparteiischer im laufenden Spiel den Ball berührt, und wenn es passiert, dann ist das meistens kein gutes Zeichen. So zuletzt auch am vergangenen Samstag in Frankfurt, als Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck einen Ball nicht nur abfälschte, sondern beim Ausweichversuch technisch anspruchsvoll und hochwertig mit der Hacke hinter dem eigenen Körper in die Spitze spielte, wo ein Angreifer frei vor dem Tor auftauchte und den Ball versenkte. Für diese technische Finesse wäre jeder Zehner gefeiert worden – für einen Unparteiischen dagegen ist so etwas immer ärgerlich, weil man als Referee natürlich nicht ins Spiel eingreifen möchte.

Bis gut zwei Jahren wäre das noch viel ärgerlicher gewesen, weil das Tor dann hätte zählen müssen. In diesem konkreten Fall nicht, weil ein Zweikampf zwischen Jöllenbecks Traumpass und der Torerzielung verdächtig nach Stürmerfoul roch und daher ein Geschenk wäre, das jeder Schiedsrichter in Form eines Pfiffs angenommen hätte, aber das soll an dieser Stelle einmal ausgeblendet werden. Bis zum Sommer 2019 galt der Satz „Der Schiedsrichter ist Luft“ noch uneingeschränkt: Selbst wenn der Unparteiische den Ball selbst (natürlich ungewollt) ins Tor schießt, musste er das Tor anerkennen – und anschließend zumindest im Amateurbereich bereit sein, schnell wegzurennen.

Von 2,2 bis 4,4: Die Bundesliga-Schiedsrichter nach Noten sortiert

Zum Glück hat das IFAB hier reagiert und den Umstand, dass der Schiedsrichter Luft ist, aufgeweicht. Entgegen weitverbreiteter Meinung wurde dies nicht komplett aufgehoben, aber zumindest für die besonders unangenehmen Szenen eingeschränkt: Regel 9 (Ball in und aus dem Spiel) statuiert, dass der Ball auch dann aus dem Spiel ist, wenn er einen Spieloffiziellen (also einen Teil des SR-Gespanns) berührt, aber dabei auf dem Feld bleibt und der Ballbesitz wechselt. Ebenfalls aus dem Spiel ist der Ball, wenn er vorm Spieloffiziellen direkt ins Tor geht. Als dritten Fall erfasst Regel 9 Konstellationen wie die Frankfurter: Wenn ein Team nach der Ballberührung durch einen Spieloffiziellen einen aussichtsreichen Angriff auslöst.

WahreTabelle: Hier im Forum über das Thema Schiedsrichter diskutieren

Dahinter steckt die Überlegung, dass der Schiedsrichter das Spiel nicht durch Ballberührungen wesentlich beeinflussen soll. Dass kein Tor durch den Schiedsrichter geschossen werden soll, ist sicherlich aus sich selbst heraus verständlich, auch wenn es verhindert, dass der Traum des Kolumnisten, im letzten Karrierespiel doch noch einen Treffer zu erzielen, sich realisieren kann. Dasselbe gilt auch für einen gefährlichen Angriff, hierin sollte ein Schiedsrichter ebenfalls keine Aktien haben. Auch ein Ballbesitzwechsel nach Ballberührung ist für einen Referee immer sehr unangenehm, zumal er stets den Charakter eines Konters in sich trägt und damit ein höheres Risiko gefährlicher Situationen birgt.

Das IFAB hat mit dieser Regeländerung im Jahr 2019 den Schiedsrichtern das Leben deutlich erleichtert. Und für die Manager der Profiligen abschließend noch ein kleiner Hinweis: Dr. Matthias Jöllenbeck dürfte vertragslos sein und damit zwischen dem Sommer- und dem Wintertransferfenster jederzeit verpflichtet werden, wenn man noch einen guten Spielmacher sucht…

Schiedsrichterball: Alle Kolumnen im Überblick

Schiedsrichter sind Schiedsrichter, weil sie zu schlecht sind, um Spieler zu sein. So lautet ein weit verbreitetes Klischee, gerne einmal in Kombination mit Spekulationen zu ihrem Mitspracherecht zu Hause. Auch wenn gerade der erste Teil bei einigen Schiedsrichtern (inkl. dem Kolumnisten) nicht von der Hand zu weisen ist, stimmt der Satz in dieser Pauschalität natürlich nicht. Umso erstaunter sind Spieler, Trainer und Zuschauer, wenn ein Schiedsrichter in Spielunterbrechungen oder beim Aufwärmen eine kurze Kostprobe seiner technischen Fähigkeiten zeigt.

Dagegen kommt es selten vor, dass ein Unparteiischer im laufenden Spiel den Ball berührt, und wenn es passiert, dann ist das meistens kein gutes Zeichen. So zuletzt auch am vergangenen Samstag in Frankfurt, als Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck einen Ball nicht nur abfälschte, sondern beim Ausweichversuch technisch anspruchsvoll und hochwertig mit der Hacke hinter dem eigenen Körper in die Spitze spielte, wo ein Angreifer frei vor dem Tor auftauchte und den Ball versenkte. Für diese technische Finesse wäre jeder Zehner gefeiert worden – für einen Unparteiischen dagegen ist so etwas immer ärgerlich, weil man als Referee natürlich nicht ins Spiel eingreifen möchte.

Bis gut zwei Jahren wäre das noch viel ärgerlicher gewesen, weil das Tor dann hätte zählen müssen. In diesem konkreten Fall nicht, weil ein Zweikampf zwischen Jöllenbecks Traumpass und der Torerzielung verdächtig nach Stürmerfoul roch und daher ein Geschenk wäre, das jeder Schiedsrichter in Form eines Pfiffs angenommen hätte, aber das soll an dieser Stelle einmal ausgeblendet werden. Bis zum Sommer 2019 galt der Satz „Der Schiedsrichter ist Luft“ noch uneingeschränkt: Selbst wenn der Unparteiische den Ball selbst (natürlich ungewollt) ins Tor schießt, musste er das Tor anerkennen – und anschließend zumindest im Amateurbereich bereit sein, schnell wegzurennen.

Von 2,2 bis 4,4: Die Bundesliga-Schiedsrichter nach Noten sortiert

Zum Glück hat das IFAB hier reagiert und den Umstand, dass der Schiedsrichter Luft ist, aufgeweicht. Entgegen weitverbreiteter Meinung wurde dies nicht komplett aufgehoben, aber zumindest für die besonders unangenehmen Szenen eingeschränkt: Regel 9 (Ball in und aus dem Spiel) statuiert, dass der Ball auch dann aus dem Spiel ist, wenn er einen Spieloffiziellen (also einen Teil des SR-Gespanns) berührt, aber dabei auf dem Feld bleibt und der Ballbesitz wechselt. Ebenfalls aus dem Spiel ist der Ball, wenn er vorm Spieloffiziellen direkt ins Tor geht. Als dritten Fall erfasst Regel 9 Konstellationen wie die Frankfurter: Wenn ein Team nach der Ballberührung durch einen Spieloffiziellen einen aussichtsreichen Angriff auslöst.

WahreTabelle: Hier im Forum über das Thema Schiedsrichter diskutieren

Dahinter steckt die Überlegung, dass der Schiedsrichter das Spiel nicht durch Ballberührungen wesentlich beeinflussen soll. Dass kein Tor durch den Schiedsrichter geschossen werden soll, ist sicherlich aus sich selbst heraus verständlich, auch wenn es verhindert, dass der Traum des Kolumnisten, im letzten Karrierespiel doch noch einen Treffer zu erzielen, sich realisieren kann. Dasselbe gilt auch für einen gefährlichen Angriff, hierin sollte ein Schiedsrichter ebenfalls keine Aktien haben. Auch ein Ballbesitzwechsel nach Ballberührung ist für einen Referee immer sehr unangenehm, zumal er stets den Charakter eines Konters in sich trägt und damit ein höheres Risiko gefährlicher Situationen birgt.

Das IFAB hat mit dieser Regeländerung im Jahr 2019 den Schiedsrichtern das Leben deutlich erleichtert. Und für die Manager der Profiligen abschließend noch ein kleiner Hinweis: Dr. Matthias Jöllenbeck dürfte vertragslos sein und damit zwischen dem Sommer- und dem Wintertransferfenster jederzeit verpflichtet werden, wenn man noch einen guten Spielmacher sucht…

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Diese News betrifft folgende Schiedsrichter:

Dr. Matthias Jöllenbeck Name : Dr. Matthias Jöllenbeck
Geburtsdatum: 16.02.1987
Ort: Freiburg

Diese News betrifft folgende Schiedsrichter:

Dr. Matthias Jöllenbeck
Name : Dr. Matthias Jöllenbeck
Geburtsdatum: 16.02.1987
Ort: Freiburg

19.10.2021 16:54 Uhr | Quelle: WahreTabelle 8. Spieltag: SC Freiburg holt Heimsieg gegen RB – Hertha BSC ohne Gegentor in Frankfurt

Zwei Korrekturen im Fokus

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17.10.2021 13:11 Uhr | Quelle: WahreTabelle/Kicker Heute vor 17 Jahren: Meiste Rote Karten der Zweitliga-Geschichte

Zeitreise zum Spiel Energie Cottbus gegen RW Ahlen

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Nach dem umstrittenen Tor von Kylian Mbappé im Finale der UEFA Nations League gegen Spanien hat UEFA-Schiedsrichterchef Roberto Rosetti auf die Kritik an der geltenden Abseitsregel reagiert. Der Angreifer war in der 80. Minute von seinem Mitspieler Theo Hernández geschickt worden und stand dabei im Abseits, doch weil Verteidiger Eric García den Ball per Grätsche spielte, durfte Mbappé wieder eingreifen – ein sogenanntes „deliberate play“. Anschließend erzielte der Angreifer das Siegtor, das nach Ansicht der Bilder von Schiedsrichter Anthony Taylor gegeben wurde. Eine „korrekte Entscheidung“, wie Rosetti in einem offiziellen Statement klarstellte. Die Entscheidung stütze sich „auf das geltende Recht und de...

14.10.2021 11:42 Uhr | Quelle: Kicker/Collinas Erben DFB zufrieden mit VAR: 27 korrekte Eingriffe in Bundesliga

Zwischenfazit nach Saisonstart

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Mittwoch ein Zwischenfazit für den Bundesliga-Videoschiedsrichter gezogen, das positiv ausgefallen ist. Jochen Drees, der seit 2018 als VAR-Projektleiter im Verband tätig ist, stellte an der Seite von Lutz Michael Fröhlich und Peter Sippel die Zahlen, über die u.a. der „Kicker“ und „Collinas Erben“ berichteten, in einem Online-Medienworkshop vor. Demnach hat der VAR in den ersten sieben Spielen insgesamt 28-mal eingegriffen und dabei 27-mal korrekt entschieden. Ein Eingriff zu einem möglichen Elfmeter in der Partie zwischen RB Leipzig und dem VfL Bochum am vergangenen Spieltag wurde derweil als fälschlich eingestuft, jedoch mit korrekter finaler Entscheidung. Hinzu kommen zwei fehlende ...

05.10.2021 13:16 Uhr | Quelle: WahreTabelle 7. Spieltag: Rote Karte für Wolfsburgs Roussillon – 1. FC Köln mit Elfer-Glück gegen Fürth

Drei Korrekturen im Fokus

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Neben drei strittigen Szenen hat es auch drei Korrekturen an den Entscheidungen der Referees am 7. Bundesliga-Spieltag gegeben. In der Partie zwischen dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach rückte Frank Willenborg gleich zweimal in den Fokus. In der 81. Minute war es zur Diskussion um eine Rote Karte für Außenverteidiger Jérôme Roussillon gekommen, der Gegenspieler Jonas Hofmann auf dem Weg zum Tor als letzter Mann zu Fall brachte. Willenborg entschied zunächst auf Foul und Platzverweis, ehe er nach Ansicht der Bilder zurückruderte. 7. Spieltag: Alle Korrekturen und strittigen Szenen im Überblick Sow...