Auswüchse der neuen Hand-Regel

 Auswüchse der neuen Hand-Regel  - #1


11.02.2020 14:26


Feldverweis


Bayern München-FanBayern München-Fan


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Ich habe mir gerade mal die letzten Minuten vom gestrigen Spiel Kiel-Pauli angeschaut.
Nach dem Elfmeter, dem indirekten Freistoß und der ersten Ecke reklamieren die Kieler vehement ein Handspiel.
In dem Zusammenhang kam mir folgender Gedanke:

Beispiel: Ich bin ein Verteidiger, es läuft die Nachspielzeit, wir führen, die anderen drücken....
Ich sehe zu 100%, dass der Gegner den Ball in unserem Strafraum an die Hand bekommt.
Normalerweise würde man jetzt trotzdem versuchen, den Ball zum Einwurf oder zur Ecke (wie im Spiel gestern) zu klären. Wenn das Spiel dann unterbrochen ist, würde man beim SR reklamieren, damit in der Regel aber keinen Erfolg haben. Der Gegner hätte dann (unberechtigterweise) eine im Zweifel sehr gefährliche Ecke in letzter Minute.

Mit der neuen Regel würde sich aber jetzt folgendes Bild ergeben:
Wenn ich mir wirklich ganz sicher bin, dass der Gegner mit der Hand am Ball war und ich sehr schnell im Kopf bin, dann "müsste" ich doch eigentlich den Ball schnell ins eigene Tor schießen, ihn selber mit der Hand spielen oder einen Gegner elfmeterreif foulen. Das würde dazu führen, dass es Eigentor/Elfmeter gibt und damit eine VAR-Überprüfung statt findet. Dieser würde dann das gegnerische Handspiel aufdecken und es geht mit eigenem Freistoß weiter.

Ergebnis: Eigener Freistoß (Zeitspiel möglich usw.) statt gegnerische Ecke in letzter Sekunde.

Ist das nicht paradox? Und eigentlich nicht "im Sinne des Fußballs"?

(Jap, ich weiß, dass man Gefahr läuft, dass man sich bzgl. des Handspiels täuscht. Oder dass der VAR es nicht erkennt/das Handspiel für die Kameras verborgen war. Aber ich meine die Frage grundsätzlich.)



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 Auswüchse der neuen Hand-Regel  - #2


11.02.2020 14:55


harrisking


RB Leipzig-FanRB Leipzig-Fan


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@Feldverweis

Zitat von Feldverweis
Ich habe mir gerade mal die letzten Minuten vom gestrigen Spiel Kiel-Pauli angeschaut.
Nach dem Elfmeter, dem indirekten Freistoß und der ersten Ecke reklamieren die Kieler vehement ein Handspiel.
In dem Zusammenhang kam mir folgender Gedanke:

Beispiel: Ich bin ein Verteidiger, es läuft die Nachspielzeit, wir führen, die anderen drücken....
Ich sehe zu 100%, dass der Gegner den Ball in unserem Strafraum an die Hand bekommt.
Normalerweise würde man jetzt trotzdem versuchen, den Ball zum Einwurf oder zur Ecke (wie im Spiel gestern) zu klären. Wenn das Spiel dann unterbrochen ist, würde man beim SR reklamieren, damit in der Regel aber keinen Erfolg haben. Der Gegner hätte dann (unberechtigterweise) eine im Zweifel sehr gefährliche Ecke in letzter Minute.

Mit der neuen Regel würde sich aber jetzt folgendes Bild ergeben:
Wenn ich mir wirklich ganz sicher bin, dass der Gegner mit der Hand am Ball war und ich sehr schnell im Kopf bin, dann "müsste" ich doch eigentlich den Ball schnell ins eigene Tor schießen, ihn selber mit der Hand spielen oder einen Gegner elfmeterreif foulen. Das würde dazu führen, dass es Eigentor/Elfmeter gibt und damit eine VAR-Überprüfung statt findet. Dieser würde dann das gegnerische Handspiel aufdecken und es geht mit eigenem Freistoß weiter.

Ergebnis: Eigener Freistoß (Zeitspiel möglich usw.) statt gegnerische Ecke in letzter Sekunde.

Ist das nicht paradox? Und eigentlich nicht "im Sinne des Fußballs"?

(Jap, ich weiß, dass man Gefahr läuft, dass man sich bzgl. des Handspiels täuscht. Oder dass der VAR es nicht erkennt/das Handspiel für die Kameras verborgen war. Aber ich meine die Frage grundsätzlich.)


Das wäre nicht nur nicht im Sinne des Fußballs, sondern unsportlich - ergo müsste man auf dem Feld eine Verwarnung dafür erwarten, es sei denn, man schafft es, das eigene Vergehen zufällig aussehen zu lassen. 

Im Anschluss würde mutmaßlich noch der Kontrollausschuss ermitteln und ggf. krass sportwidriges Verhalten erkennen, dann gibt es anschließend noch ne Sperre on top... gut möglich aber, dass man so etwas gerade in der entscheidenden Saisonphase sogar in Kauf nehmen würde...



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 Auswüchse der neuen Hand-Regel  - #3


11.02.2020 15:02


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Bayern München-FanBayern München-Fan


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Ich kann mir auf jeden Fall Situationen vorstellen, in denen das in Kauf genommen werden würde.
Aber wäre das wirklich etwas, wo der Kontrollausschuss tätig werden dürfte?
Im Großen und Ganzen wäre es ja eine Aktion, die von den Regeln gedeckt ist (Foul --> Elfmeter (wenn kein Handspiel vorher), Eigentor --> Tor (wenn kein....), Handspiel....) und deren Bestrafung klar geregelt ist. Es gibt ja auch für einen Torraub keine weitergehende Strafe, oder (Hat Suarez damals mehr als die normale rote Karte bekommen?)?
Darüber hinaus würde man mit der Aktion letztendlich nur "Gerechtigkeit" herbeiführen, da ein Regelverstoß aufgedeckt wurde.
Wäre das wirklich eine Situation für den Kontrollausschuss?



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 Auswüchse der neuen Hand-Regel  - #4


11.02.2020 15:13


Adler88


Eintr. Frankfurt-FanEintr. Frankfurt-Fan


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Ach und wenn der Ballbesitz kurz wechselt, dann wird das Handspiel plötzlich nicht mehr vom VAR untersucht, weil er sich auf den Abschnitt der Torerzielung nach Ballbesitz konzentriert.

Zudem schützt der Var nicht vor persönlicher Strafe. Wenn ich also in der Fortsetzung übel Foule, bleibt die Bestrafung durchaus bestehen, so mein Verständnis. 



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 Auswüchse der neuen Hand-Regel  - #5


11.02.2020 17:45


Esox


Bor. Dortmund-FanBor. Dortmund-Fan


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Zitat von Feldverweis
Ich habe mir gerade mal die letzten Minuten vom gestrigen Spiel Kiel-Pauli angeschaut.
Nach dem Elfmeter, dem indirekten Freistoß und der ersten Ecke reklamieren die Kieler vehement ein Handspiel.
In dem Zusammenhang kam mir folgender Gedanke:

Beispiel: Ich bin ein Verteidiger, es läuft die Nachspielzeit, wir führen, die anderen drücken....
Ich sehe zu 100%, dass der Gegner den Ball in unserem Strafraum an die Hand bekommt.
Normalerweise würde man jetzt trotzdem versuchen, den Ball zum Einwurf oder zur Ecke (wie im Spiel gestern) zu klären. Wenn das Spiel dann unterbrochen ist, würde man beim SR reklamieren, damit in der Regel aber keinen Erfolg haben. Der Gegner hätte dann (unberechtigterweise) eine im Zweifel sehr gefährliche Ecke in letzter Minute.

Mit der neuen Regel würde sich aber jetzt folgendes Bild ergeben:
Wenn ich mir wirklich ganz sicher bin, dass der Gegner mit der Hand am Ball war und ich sehr schnell im Kopf bin, dann "müsste" ich doch eigentlich den Ball schnell ins eigene Tor schießen, ihn selber mit der Hand spielen oder einen Gegner elfmeterreif foulen. Das würde dazu führen, dass es Eigentor/Elfmeter gibt und damit eine VAR-Überprüfung statt findet. Dieser würde dann das gegnerische Handspiel aufdecken und es geht mit eigenem Freistoß weiter.

Ergebnis: Eigener Freistoß (Zeitspiel möglich usw.) statt gegnerische Ecke in letzter Sekunde.

Ist das nicht paradox? Und eigentlich nicht "im Sinne des Fußballs"?

(Jap, ich weiß, dass man Gefahr läuft, dass man sich bzgl. des Handspiels täuscht. Oder dass der VAR es nicht erkennt/das Handspiel für die Kameras verborgen war. Aber ich meine die Frage grundsätzlich.)

1. Ein unabsichtliches Handspiel wird ausschließlich bei Torerzielung als ahndungswürdig angesehen, nicht aber bei Elfmetern. Folge: bei einem Foul oder Handspiel würde es Elfmeter geben, sofern das Handspiel des Angreifers unabsichtlich i.S.d.R. war.
2. Bleibt noch das Eigentor. Der direkte Zusammenhang mit dem Tor ist beim Handspiel nicht gegeben. Das unabsichtliche Handspiel wird nicht geahndet. Folge: Der Treffer zählt. 

Ich würde es dir daher nicht empfehlen



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 Auswüchse der neuen Hand-Regel  - #6


11.02.2020 17:51


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Bayern München-FanBayern München-Fan


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@Esox

Zitat von Esox
Zitat von Feldverweis
Ich habe mir gerade mal die letzten Minuten vom gestrigen Spiel Kiel-Pauli angeschaut.
Nach dem Elfmeter, dem indirekten Freistoß und der ersten Ecke reklamieren die Kieler vehement ein Handspiel.
In dem Zusammenhang kam mir folgender Gedanke:

Beispiel: Ich bin ein Verteidiger, es läuft die Nachspielzeit, wir führen, die anderen drücken....
Ich sehe zu 100%, dass der Gegner den Ball in unserem Strafraum an die Hand bekommt.
Normalerweise würde man jetzt trotzdem versuchen, den Ball zum Einwurf oder zur Ecke (wie im Spiel gestern) zu klären. Wenn das Spiel dann unterbrochen ist, würde man beim SR reklamieren, damit in der Regel aber keinen Erfolg haben. Der Gegner hätte dann (unberechtigterweise) eine im Zweifel sehr gefährliche Ecke in letzter Minute.

Mit der neuen Regel würde sich aber jetzt folgendes Bild ergeben:
Wenn ich mir wirklich ganz sicher bin, dass der Gegner mit der Hand am Ball war und ich sehr schnell im Kopf bin, dann "müsste" ich doch eigentlich den Ball schnell ins eigene Tor schießen, ihn selber mit der Hand spielen oder einen Gegner elfmeterreif foulen. Das würde dazu führen, dass es Eigentor/Elfmeter gibt und damit eine VAR-Überprüfung statt findet. Dieser würde dann das gegnerische Handspiel aufdecken und es geht mit eigenem Freistoß weiter.

Ergebnis: Eigener Freistoß (Zeitspiel möglich usw.) statt gegnerische Ecke in letzter Sekunde.

Ist das nicht paradox? Und eigentlich nicht "im Sinne des Fußballs"?

(Jap, ich weiß, dass man Gefahr läuft, dass man sich bzgl. des Handspiels täuscht. Oder dass der VAR es nicht erkennt/das Handspiel für die Kameras verborgen war. Aber ich meine die Frage grundsätzlich.)

1. Ein unabsichtliches Handspiel wird ausschließlich bei Torerzielung als ahndungswürdig angesehen, nicht aber bei Elfmetern. Folge: bei einem Foul oder Handspiel würde es Elfmeter geben, sofern das Handspiel des Angreifers unabsichtlich i.S.d.R. war.
2. Bleibt noch das Eigentor. Der direkte Zusammenhang mit dem Tor ist beim Handspiel nicht gegeben. Das unabsichtliche Handspiel wird nicht geahndet. Folge: Der Treffer zählt. 

Ich würde es dir daher nicht empfehlen


Danke für die Antwort!

Bei 1. hast Du natürlich völlig recht! Da hab ich einfach nicht nachgedacht bei meinem Ausgangspost! Foul und Handspiel fallen demnach natürlich weg!

Bzgl. 2.: Bist Du Dir da sicher? Ich hatte das anders verstanden. War da nicht was mit "In der Entstehung....", also gerade nicht nur die Fälle, in denen das Handspiel die letzte Berührung war, sondern eben auch die, in denen ein Handspiel einem Tor "(un)mittelbar" vorraus ging.
Aus meinem Verständnis von Sinn und Zweck müsste das auch ein (unabsichtliches) Eigentor nach Handspiel betreffen!?



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