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Der Strafstoß für den "Club" gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) erregte auch am Montag die Gemüter. FCN-Coach Wiesinger: "Müssen uns bestimmt nicht entschuldigen."

Es war die am meisten diskutierte Szene der Sonntagsspiele in der Fußball-Bundesliga: der angeblich "geschundene" Elfmeter für den 1. FC Nürnberg beim 2:1 (2:0)-Heimerfolg gegen Borussia Mönchengladbach. Der Strafstoßpfiff von Schiedsrichter Florian Meyer aus Burgdorf sorgte auch am Montag für Klärungsbedarf bei den Nutzern von wahretabelle.de.
WT-Nutzer bränntbarn zum angeblich elfmeterwürdigen Foul von Gladbachs Thorben Marx am Nürnberger Mike Frantz: "Ich denke nicht, dass Frantz nur gestolpert ist weil er aus Versehen in den Boden getreten hat, das sah mir schon nach Absicht aus. Insbesondere deswegen ärgerlich weil er eigentlich in aussichtsreicher Schussposition war und auch den Abschluss hätte suchen können." DerSid87 schrieb: "Im Stadion habe ich zwar als erster 'Elfer' gebrüllt, aber im Nachhinein wars für mich eine klare Schwalbe und daher gelbe Karte für Frantz. Dass wir den Elfmeter dann auch tatsächlich verwandelt haben, ist für die Gladbacher gleich doppeltes Pech. Am Ende bleibt ein fader Beigeschmack."
Ganz anders - und wenig selbstkritisch - die Sichtweise des 1. FC Nürnberg. Die Franken setzten der allgemeinen Empörung über ihr vermeintliches Elfmetergeschenk noch mehr eigene Entrüstung entgegen. "Wir müssen uns mit Sicherheit nicht dafür entschuldigen", schimpfte Trainer Michael Wiesinger nach dem Spiel. Dass es sich beim frühen Strafstoßpfiff um eine Fehlentscheidung handelte, wusste man natürlich auch beim "Club". Aber im Bewusstsein all der eigenen Benachteiligungen in der Vergangenheit erkannte man beim 1. FCN darin nur ausgleichende Gerechtigkeit. "Ich kann zwei, drei Situationen aufzählen, wo wir um den Sieg gebracht wurden", beklagte Wiesinger. Erst in der Vorwoche hatte er sich über einen ebenso fragwürdigen Elfmeterpfiff gegen sein Team im Fußball-Bundesligaspiel beim deutschen Doublesieger Borussia Dortmund (0:3) aufregen müssen. In der Hinrunde war Wiesingers Vorgänger Dieter Hecking gar zeitweise zum Meister der Echauffiertheit aufgestiegen, als er unter anderem zwei mitentscheidende Gegentore aus Abseitspositionen heftig angeprangert hatte: Bei Werder Bremen wurde der FCN um den Sieg gebracht (1:1), bei Bayer Leverkusen (0:1) kostete ein irregulärer Treffer einen Punkt. "Wir haben in dieser Saison genügend Situationen gehabt, wo wir benachteiligt wurden oder wo es strittig war. Von daher ist es schön, dass es sich jetzt auch ein bisschen ausgeglichen hat", kommentierte Nürnbergs Kapitän Raphael Schäfer die heiß diskutierte Szene vom Sonntagnachmittag aus der 4. Minute.
Was war passiert? Mit großer Geschwindigkeit war Nürnbergs Frantz in den Strafraum gestürmt, hatte das ausgestreckte Bein von Thorben Marx gesehen und sich daraufhin gestikulierend zu Boden fallen lassen. Und das, obwohl Marx noch rechtzeitig zurückgezogen und Frantz somit gar nicht berührt hatte, wie die Fernsehbilder später offenbarten. Die TV-Bilder stützten die Sichtweise der User von wahretabelle.de.
"Ich hätte den Elfmeter nicht gepfiffen", musste selbst Frantz später zugeben. Schon in der Mixed-Zone revidierte der 26-jährige Offensivmann seine Aussage wieder - und analysierte recht gewagt: "Wenn man die Bilder sieht, glaube ich, kann man nicht von einer absoluten Schwalbe sprechen, da gibt's krassere Sachen." Raphael Schäfer, der auch nach dem Studium der recht eindeutigen TV-Bilder immer noch eine Berührung erkannt haben wollte, suchte fieberhaft
nach Rechtfertigungen: "Ich werde bestimmt nicht sagen, dass das eine glatte Fehlentscheidung war", erklärte der Torwart und meinte in Richtung Marx: "Wenn man im Sechzehner grätscht, muss man damit rechnen, dass man einen berührt und dass der Schiri pfeift." Timmy Simons verwandelte den Elfmeter jedenfalls souverän.
Was den Franken letztlich blieb, war ein Sieg mit fadem Beigeschmack.
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